Sologubowka

Aktuelles
Das alte Eingangsportal ist nach über 20 Jahren marode geworden. Es muss komplett überarbeitet werden. Um ständig wiederkehrende Renovierungen zu vermeiden, wird der Eingangsbereich durch eine massive Granitblockbauweise ersetzt. Am 9. September findet eine Gedenkveranstaltung "20 Jahre Kriegsgräberstätte und 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg St. Petersburg Sologubowka" statt. Der Volksbund bietet hierzu eine Flugreise vom 05. bis 12.09.2020 an.
Russland
Gesamtbelegung: 56416
59°41'51.60"N; 31°6'42.37"E

Wegbeschreibung

Man verlässt St. Petersburg über den 'Platz des Sieges' östlich in Richtung Kirowsk und biegt dort nach Mga ab. Vorbei an dieser Stadt erreicht man Sologubowka und durchquert diesen Ort in Richtung Tosno. Am Ende, nach Überqueren des Flüsschens Mga, zweigt rechts eine Straße ab, die zur Kirche und zum Friedhof führt.

1994 begann der Volksbund mit der Suche nach einem geeigneten Gelände für einen großen Sammelfriedhof. Zahlreiche während des Krieges angelegte deutsche Soldatenfriedhöfe wurden begutachtet. Hier im Ort Sologubowka (Ortsteil Lezje), etwa 70 Kilometer von St. Petersburg entfernt, bot sich ein ausreichend großes Gelände an, zumal es bereits in der direkten Umgebung des heutigen Friedhofes vier kleinere Gräberfelder mit insgesamt 3.200 Toten gab.

Der Volksbund erhielt für den Bau des Friedhofes ein fünf Hektar großes Gelände auf kircheneigenem Grund. Ein russischer Architekt aus St. Petersburg erstellte auf der Grundlage von Vorgaben des Volksbundes die Gestaltungsplanung. Das Projekt gliedert sich in drei Teilbereiche: den Friedhof mit einmal bis zu 80.000 deutschen Kriegstoten als Ort der Erinnerung und Mahnung, einen anschließenden Friedenspark als Symbol für das Heranwachsen des Friedens zwischen den Menschen und die Wiederherstellung einer verfallenen alten russisch-orthodoxen Kirche als versöhnende Geste.

Die Kirche „Mariä Himmelfahrt“ wurde 1851 eingeweiht und 1880 mit einem Glockenturm versehen. In den zwanziger und dreißiger Jahren ausgeplündert, wurde sie 1937 geschlossen. Während der Kriegsjahre befand sich im Keller der Kirche ein Lazarett für deutsche Soldaten.

Der Volksbund richtete nach der Restaurierung im Gewölbe unter der Kirche einen Gedenk- und Ausstellungsraum mit Schicksalsbeschreibungen von deutschen Kriegsopfern ein. Außerdem sind dort die Namen aller in Russland während des Zweiten Weltkrieges gefallenen, vermissten und in Gefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten dokumentiert. Der Kirchenraum wird in Zukunft wieder den Menschen in Sologubowka als Gotteshaus dienen und den Gästen des Friedhofes zum Gebet und stiller Einkehr geöffnet sein. Mit diesem Projekt setzt der Volksbund ein Zeichen der Versöhnung zwischen dem deutschen und dem russischen Volk.


Seit 1996 wurden 56.416 Kriegstote aus zahlreichen Grablageorten des Leningrader Gebietes eingebettet.

Am 9. September 2000 wurde der Friedhof unter Beteiligung von Angehörigen und der ortsansässigen Bevölkerung der Öffentlichkeit übergeben.

Am 20. September 2003 übergab der Volksbund das vollständig restaurierte Kirchengebäude an die russische Gemeinde.