Cassino

Aktuelles
Die italienischen Kriegsgräberstätten sind ab dem 3. Juni wieder alle besuchbar. Die Infogebäude und Toilettenanlagen bleiben aber vorerst noch geschlossen.
Etwa 3 Kilometer nördlich der Stadt Cassino liegt der deutsche Soldatenfriedhof Cassino. Er birgt alle deutschen Soldaten, die im südlichen Teil des italienischen Festlandes gefallen sind, und zwar etwa südlich der Linie Pescara-Terracina. Es sind somit zum größten Teil die Toten aus den Kämpfen um den Landekopf im Golf von Salerno, den Rückzugskämpfen an der adriatischen Küste (insbesondere im Raum von Ortona), im Vorfeld von Cassino sowie aus dem harten Ringen im Kampfraum um Cassino selbst.


Vom Thyrrhenischen Meer, vom Lauf des Garigliano über Cassino hinweg nach Nordosten bis in die unwegsamen Abruzzen hinein, zog sich die sogenannte „Gustav-Linie“, um deren Durchbrechung die Alliierten 5 Monate hindurch rangen. Hier war einer der Schwerpunkte der Kämpfe in Italien.

Die Stadt Cassino, heute wieder aufgebaut, war damals völlig zerstört, das weltberühmte Kloster Montecassino ist durch einen Bombenangriff der Alliierten in einen Trümmerhaufen verwandelt worden. Wer vor dem aufragenden Berg mit dem wieder aufgebauten Kloster steht und den Blick ringsum über die Ebene und die umliegenden Berge schweifen lässt, sollte wissen, dass hier, wie sonst nur selten im Zweiten Weltkrieg, sich viele Völker erbittert geschlagen haben: Deutsche, Amerikaner, Engländer, Franzosen, Kanadier, Polen, Italiener, Neuseeländer, Inder, Maoris.

Im deutsch italienischen Kriegsgräberabkommen, das im Dezember 1955 zwischen der Bundesregierung und der italienischen Regierung geschlossen wurde, war vereinbart worden, in der Nähe von Cassino einen endgültigen deutschen Soldatenfriedhof anzulegen, der alle im süditalienischem Raum gefallenen deutschen Soldaten aufnehmen sollte. (Mit Ausnahme von Sizilien, das bei Catania eine eigene Ehrenstätte für die auf der Insel Gefallenen erhalten hat). Hier haben die deutschen Kriegstoten das ewige Ruherecht. Ihre Zahl beläuft sich auf 20.076. Sie wurden in den Jahren 1959 und 1960 durch die Umbetter des Volksbundes aus zahllosen kleineren Friedhofsanlagen und aus verstreuten Feldgräbern geborgen. Hierbei sammelten die Umbetter oft in mühseliger Kleinarbeit alles, was zu einer Identifizierung der bisher unbekannten Toten beitragen konnte.

Wer den Ort Cassino verlässt, um den deutschen Soldatenfriedhof zu besuchen, erblickt schon von weitem die flache Kuppel eines etwa 50 Meter hohen Hügels, des Colle Marino, auf dessen südlichem Ausläufer sich die weitgedehnte Terrassenanlage hinstreckt.

Der deutsche Soldatenfriedhof Cassino wurde in den Jahren 1959 bis 1964 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit Hilfe der Bundesregierung Deutschland und mit Förderung durch die Regierung der italienischen Republik errichtet.

Über einen breiten, hangaufwärts führenden Weg gelangt der Besucher zum in Würfelform gestalteten Eingangsbau. Durch ein nach dem Himmel zu offenes Rechteck fällt das Tageslicht auf eine Plastik, die „Trauer und Trost“ darstellt.

Von dieser Halle aus betritt der Besucher die große Gräberanlage, die durch mehrere elipsenförmig umlaufende Terrassen gebildet wird. Starke Stützmauer aus Travertin-Schichtmauerwerk trennen die einzelnen Terrassenfelder, zwei breite, radial zur Kuppe führende Wege und schmale Treppen stellen die Verbindung zwischen ihnen her. Die Grabflächen sind mit Johanniskraut (Hypericum) bepflanzt; steinerne Kreuze aus Travertin nennen auf beiden Seiten die Namen, Dienstgrade und Lebensdaten von je drei Toten. Zypressen stehen wie feierliche Wächter hier und dort an den Seiten der Gräber.

Auf der Bergkuppe erhebt sich ein 11 Meter hohes Kreuz aus Schmiedebronze. Dahinter liegen die Kameradengräber. Große Steinplatten verzeichnen die Namen derer, die mit Gewissheit unter den hier bestatteten Unbekannten ruhen. Hinter den Kameradengräbern steht auf steinernem Sockel in einem vergitterten Gehäuse eine geweihte Lampe, die S. Heiligkeit, Papst Paul VI, dem deutschen Soldatenfriedhof gestiftet hat (gleiche Weihelampen befinden sich auch auf den Soldatenfriedhöfen der anderen Nationen im Raum um Cassino).

Von hier aus hat der Besucher einen freien, ungehinderten Blick hinunter in das im 2. Weltkrieg heftig umkämpfte Tal und zu den Bergen ringsum.

Die Besucher werden sich der stummen Mahnung dieser Stätte nicht entziehen können.

DER MAHNUNG ZUM FRIEDEN!

Am 19.05.2012 wurde das Denkmal "Flamme des Friedens" (Flame of peace) in Cassino aufgestellt und eingeweiht. Die Skulptur stiftete Frau Herta Margarete Habsburg-Lothringen, Initiatorin von "Flame of Peace", Präsidentin des Vereins zur Förderung des Friedens, unter dem Motto: "Die Flamme des Friedens, ein Symbol für weltweiten Frieden, zur Erinnerung an unseren Auftrag für den Frieden tätig zu sein, in Gedanken, Worten und Taten".

In 2014 wurden in der Gedenkhalle 7 Namentafeln für 911 Tote, die auf diesem Friedhof "unter den Unbekannten" ruhen, angebracht.

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