Wicres "Route de la Bassée"

Frankreich
Gesamtbelegung: 584
50°33'53.31"N; 2°50'57.96"E
Wicres/Route-de-la-BasséeDépartement Nord


584 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof wurde im März 1915 für die Gefallenen des Infanterie Reg.15 und des Res.Inf.Reg.15 (Minden/Westfalen) angelegt. Beide Regimenter nahmen hier bis März 1916 Bestattungen vor. Der größte Teil der Gefallenen - etwa 470 - verlor sein Leben in den Schlachten des Frühjahres und des Herbstes 1915 bei der Abwehr alliierter Angriffe sowie im Stellungskampf bis zum Frühjahr 1916. Die Gefallenen von 1914 starben bei den heftigen Kämpfen im Oktober zwischen Arras und Ypern. Nach dem Kriege lösten die französischen Militärbehörden die Friedhöfe der bayrischen Res.Inf.Reg. 16 und 17 sowie eine weitere kleine Anlage in der Umgebung auf und betteten die Toten in Wicres zu. Bereits während des Krieges erhielt der Friedhof eine abgrenzende Mauer und als Mittelpunkt ein wuchtiges Hochkreuz, ein Werk des Bildhauers Otto Richter, der unter anderem auch den Fassadenschmuck am Reichstagsgebäude in Berlin geschaffen hat.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung begann der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. bereits 1927 mit ersten Instandsetzungsarbeiten an der Einfriedung und später mit der Überarbeitung der Bepflanzung. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung erfolgte im Jahre 1979 auch der Austausch der bisherigen provisorischen Grabzeichen gegen Kissensteine, auf denen Metallplatten mit eingraviertem Namen und Daten der hier Ruhenden befestigt sind. Kreuzgruppen aus Naturstein kennzeichnen die Grabflächen. Auch der Eingang des Friedhofes wurde neu gestaltet.
Alle 584 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern; 30 von ihnen blieben ohne Namen.

Das Grab eines Gefallenen jüdischen Glaubens erhielt aus religiösen Gründen ein eigenes gestaltetes Grabzeichen.

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.