Wambrechies

Frankreich
Gesamtbelegung: 2314
50°42'4.68"N; 3°1'20.74"E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 2.348 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Département Nord


Der deutsche Soldatenfriedhof Wambrechies wurde im September 1916 von bayerischen Truppenteilen angelegt und nach Kriegsende von den französischen Militärbehörden aus den umliegenden Gemeinden vergrößert. Die hier Ruhenden mit dem Todesjahr 1917 - fast die Hälfte der gesamten Belegung - starben nahezu ausnahmslos bei den schweren Kämpfen während des britischen Großangriffs in Flandern von Juni bis November 1916 im Raum des südlich Ypern/Belgien gelegenen Hügellandes um Wijtschate und Mesen (Messines). Weitere fast 500 fielen bei dem deutschen Großangriff im April 1918 auf Armentières und den Kemmelberg, sowie während des Stellungskrieges und der Abwehrkämpfe im August 1918. Die Toten gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Bayern (annähernd die Hälfte) sowie in nahezu allen preußischen Provinzen, in Sachsen, Thüringen, Hessen und Württemberg lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1929 aufgrund einer mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Die Gräberflächen wurden begrünt, Baum- und Rosenpflanzungen vorgenommen, ein Denkmal aus Naturstein mit der Inschrift:"Hier ruhen deutsche Soldaten" errichtet und ein neues Eingangstor geschaffen. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Neben einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung erfolgte 1979 der Austausch der provisorischen Holzkreuze gegen Kreuze aus Metall mit erhaben eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die Bundeswehr unterstützte den Volksbund u.a. durch den Antransport der 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, die von freiwilligen Teilnehmern an Jugendlagern des Volksbundes versetzt wurden. Alle 2 348 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern; 33 von ihnen blieben ohne Namen.

Die 11 Gräber der Gefallenen
jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.