Ville-devant-Chaumont

Frankreich
Gesamtbelegung: 1766
49°17'31.97"N; 5°25'27.55''E
Département Meuse, 1766 deutsche Kriegstote, Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Ville-devant-Chaumont wurde nach Beginn der Schlacht um Verdun am 21. Februar 1916 eingerichtet, nachdem der Ort Etappe geworden war. Zahlreiche Lazarette und Verbandsplätze nahmen ihre Tätigkeit auf. Ein Lazarett versorgte vom 21.2. bis 20.3. 1630 Verwundete, ein anderes in vier Wochen 4 100 Verwundete. Viele Soldaten erlagen ihren Verletzungen. Auch brachten häufig abgelöste Truppenteile ihre Gefallenen mit zurück, um sie auf dem Friedhof beizusetzen. Die letzten Beerdigungen fanden im Herbst 1917 mit dem Ende der französischen Angriffe im August/ September statt. Nach Kriegsende vergrößerten die französischen Militärbehörden den Friedhof durch zahlreiche Zubettungen von Toten, die man zum Teil in weit entfernten Gemeindebereichen beim Rekultivieren des Schlachtfeldes fand. Dadurch kamen auch Gefallene des Spätsommers 1914 nach Ville-devant-Chaumont. Sie hatten ihr Leben sehr viel weiter nördlich bei Stenay und Dun-sur-Meuse verloren. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen von 14 Divisionen an, deren Heimatgarnisonen überwiegend in Bayern, Baden, Württemberg, Hessen und fast allen ehem. preußischen Provinzen lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Das Sammelgrab erhielt eine Einfassung aus Naturstein, der Eingangsbereich wurde gestaltet und ein Hochkreuz - ebenfalls aus Naturstein - als zentrales Mal errichtet. 1931 folgte noch die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb allerdings infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Zuvor hatten jugendliche Helfer des Volksbundes bereits gärtnerische Vorarbeiten geleistet. 1972 folgte eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung: Das gesamte Areal wurde ausgelichtet und neu mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Die Natursteinmauer des Gemeinschaftsgrabes wurde renoviert und der Eingangsbereich mit einem geschmiedeten Tor neu gestaltet. Im gleichen Jahr begann der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Auch hier halfen Jugendlager des Volksbundes. Den Antransport der erforderlichen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente hatte die Bundeswehr übernommen. Von den 1766 Gefallenen ruhen 1517 in Einzelgräbern; 82 von ihnen blieben unbekannt. Im Gemeinschaftsgrab ruhen 249 Tote. Von ihnen blieben 193 unbekannt. Die 10 Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:


1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."
2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."Die Begrünung der Gräberfläche bildete den Abschluss der Ausbauarbeiten.

Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.