Veslud

Frankreich
Gesamtbelegung: 1704
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 1.704 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Département Aisne

Der deutsche Soldatenfriedhof Veslud wurde, ausgelöst durch die französische Offensive am Chemin-des-Dames, Mitte April 1917 von der deutschen Truppe angelegt, die hier Beisetzungen von Gefallenen und in Lazaretten Verstorbenen bis zur Räumung des Gebietes Anfang Oktober 1918 vornahm.Der französische Angriff brach unter hohen Verlusten - auch für die Verteidiger - zusammen. Teile der Angriffstruppen waren so demoralisiert , dass sie meuterten. Erst Mitte Oktober 1917 war die französische Armee wieder zu Angriffsaktionen fähig. Im Mai 1918 griffen die Deutschen ihrerseits an und stießen bis - und teilweise über die Marne vor. Die Alliierten eröffneten eine Gegenoffensive, die unter hohen Verlusten auf beiden Seiten schließlich Mitte Oktober zum Rückzug der Deutschen führte.Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen im Rheinland, in Niedersachsen und Braunschweig, in Bayern, Baden, Brandenburg, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Westpreußen und Württemberg lagen. Entworfen wurde die Friedhofsanlage von einem der Truppe angehörenden Braunschweiger Gartenbauinspektor. Es mussten zahlreiche Sprengungen von Felsgestein vorgenommen werden, um die Terrassen mit Treppen und Abfangmauern errichten und Bäume pflanzen zu können.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Instandsetzungsarbeiten gärtnerischer Art zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Bereits in den sechziger Jahren hatten Helfer der Jugendlager des Volksbundes mit einer Sondergenehmigung der französischen Behörden die Gräberfläche und den Baumbestand überarbeitet. Ab 1979 erfolgte der Austausch der bisherigen hölzernen Grabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden.
Alle 1 704 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern; sechs von ihnen blieben ohne Namen.

Die Gräber der sechs Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen eine Grabstele des selben Materials.Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.