Frankreich

Vermandovillers

Gesamtbelegung: 22.655 Tote

Gesamtbelegung: 22.655 Tote


Adresse

D143- Richtung Faucaucourt en Santerre

Vermandovillers

Frankreich


Auf diesem Friedhof sind Tote des Ersten Weltkrieges begraben, unter ihnen zwei junge expressionistische Schriftsteller. 

Belegung

Die Kriegsgräberstätte Vermandovillers wurde ab 1920 von den französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für die deutschen Gefallenen aus den Kampfgebieten südlich der Somme angelegt. Neben wenigen Toten der Kämpfe im Sommer und Herbst 1914 fanden hier vor allem Soldaten aus der Somme-Schlacht 1916 und aus der Schlacht vor Amiens im März 1918 bis zum alliierten Gegenangriff im August 1918 ihre letzte Ruhestätte. Viele wurden in den ersten Jahren nach dem Krieg auf den ehemaligen Schlachtfeldern geborgen. Auch heute noch werden bei größeren Bauprojekten Gebeine von Toten des Ersten Weltkrieges gefunden, die dann auf Kriegsgräberstätten beigesetzt werden. 

Von den 9.455 in Einzelgräbern Ruhenden blieben 379 unbekannt. In 15 Gemeinschaftsgräbern sind 13.200 Gefallene bestattet. 32 Gräber jüdischer Soldaten erhielten statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in allen Ländern und Provinzen des damaligen Deutschen Reiches lagen. 

Historie

Erste Arbeiten übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ab 1927/28 auf Grundlage einer Vereinbarung mit den französischen Militärbehörden. Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, die Friedhofsfläche begrünt, die Gemeinschaftsgräber mit Natursteinmauern eingefasst und mit Wildrosen bepflanzt. Die Einzelgräber dauerhaft zu kennzeichnen, war allerdings wegen Devisenmangels und später wegen des Zweiten Weltkrieges nicht möglich. 

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 begann der Volksbund mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Schon ab 1964 hatten in Vermandovillers Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Jugendlagern des Volksbundes aus Nordrhein-Westfalen bei Planierung, Bodenverbesserung und Begrünung der Gräberflächen einschließlich der Wege mit angepackt. 

Ab 1979 wurden die provisorischen Holzgrabzeichen gegen Metallkreuze mit Namen und Daten der Toten ausgetauscht. Die Bundeswehr übernahm den Transport der Betonfundamente, die zumeist von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jugendlager gesetzt wurden. 

Der Friedhof wurde in dieser Zeit grundlegend landschaftsgärtnerisch saniert. Bäume und Büsche wurden gepflanzt. Auf den Gemeinschaftsgräbern wurden schwere Natursteinkreuze gesetzt und auf den Umfassungsmauern Metalltafeln mit den Namen der bekannten Toten angebracht. Ein geschmiedetes Hochkreuz aus Stahl wurde zum Mittelpunkt der Anlage. 

Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes in Frankreich betreut. 

Besonderheiten

In Vermandovillers ruhen in den Gemeinschaftsgräbern zwei junge Literaten. Reinhard Johannes Sorge, geboren 1892 in Berlin, fiel am 20. Juli 1916 in Ablaincourt im Alter von 24 Jahren. Der Schriftsteller gilt als Begründer des expressionistischen Dramas. 

Auch Alfred Lichtenstein gehörte zu den Expressionisten. Geborgen 1889, verlor er sein Leben am 25. September 1914 in Vermandovillers. Er war 1913 als „Einjährig-Freiwilliger“ in das Bayerische 2. Infanterieregiment in München eingetreten und hatte vom Beginn am 1. August 1914 an als Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Die Verzweiflung über seine Kriegserlebnisse und seine Todesahnung drückte Lichtenstein in Gedichten aus. 

Unterstützen Sie unsere Arbeit!