Velbert-Langenberg,-Neuer Evangelischer Friedhof

Deutschland
Gesamtbelegung: 251
51° 21' 05.75" N; 7° 07' 16.08" E
Bereits im Februar 1945 wurde Langenberg Lazarettstadt. Im Bürgerhaus, im Haus Wewersbusch, im Hordhaus und in einigen Schulen wurden Kriegslazarette eingerichtet. Viele Verwundete der von der Westfront zurückkehrenden Truppe verstarben hier und wurden, zusammen mit gefallenen Soldaten und zivilen Bürgern der Abwehrkämpfe um und in Langenberg sowie ausländische Kriegstote, auf einem besonderen Gräberfeld des damaligen evangelischen Friedhofes beigesetzt. Heute haben insgesamt 251 Kriegstote auf dem Ehrenfeld Ihr Grab.

Der Langenberger Sender und die am Bismarckturm installierten Funkanlagen waren zerstört, als sich Teile der 2. Fallschirmjägerdivision (ein Granatwerferbataillon und eine Artillerieabteilung) nach Hattingen hin zur Verteidigung einrichteten.
Am 15./16. April 1945 beschoss amerikanische Artillerie Langenberg. Das Rathaus und die Seidenfabrik Colsman & Seyffert (Conze) wurden zerstört; 37 Bürger starben. Am Abend war die Stadt durch Amerikaner besetzt. Diese gliederten das Stadtgebiet in den Operationsbereich der 1. US-Army ("Rhine-Provine-Military-District") ein.

Am 13. Juni 1945 verließen die Amerikaner Langenberg, britische Besatzungstruppen folgten. Am 17. Juni 1945 erhielt die Stadt einen britischen Kommandanten und 150 Mann Besatzungseinheit. Einige alteingesessene Firmen kamen auf die Demontageliste der Alliierten.

Etwa 8.000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene lebten unter erbärmlichen Verhältnissen bei Kriegsende in Langenberg, Velbert und Neviges. Nach dem Krieg wurden sie als "displaced persons" (staatenlose) geführt und erhielten von der örtlichen Bevölkerung Unterstützung.

Langenberg hatte gegenüber Velbert und Neviges die Kriegsjahre mit geringen Zerstörungen überstanden; weniger als
10 % der Häuser und Wohnungen hatten größere Schäden. Doch der Krieg forderte von den Bürgern der ehemals selbständigen Stadt Langenberg andere Opfer: 394 Gefallene an verschiedenen Fronten, 32 Vermisste und 380 in russischer Kriegsgefangenschaft verbrachte Soldaten.

Der Ehrenfriedhof wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gestaltet und 1957 eingeweiht. Er liegt in der Obhut der Stadt Velbert.