Troyon

Département Meuse ("Vaux-lès-Palameix"), 5590 deutsche Kriegstote, Erster Weltkrieg



Der deutsche Soldatenfriedhof Troyon wurde von den französischen Militärbehörden nach dem Ende des Ersten Weltkrieges als Sammelfriedhof angelegt. Hier fanden Gefallene und in Lazaretten Verstorbene aus dem Gebiet zwischen Combres und St. Mihiel, sowie der Maashöhen, ihre letzte Ruhestätte. Die Toten lagen bis dahin in zumeist während der Kämpfe provisorisch angelegten Gräberstätten oder wurden bei den Aufräumungs- und Rekultivierungsarbeiten auf dem verlassenen Schlachtfeld geborgen. Ein größerer Teil der Toten, etwa 1 500, kam aus St. Mihiel, wo der bei der Stadt gelegene, von der deutschen Truppe während des Krieges eingerichtete deutsche Soldatenfriedhof in den 20er Jahren aufgelöst wurde. Die Kämpfe um die Gewinnung der Maashöhen und des Brückenkopfes über die Maas bei St. Mihiel im September 1914 verursachten hohe Verluste. Nicht minder groß waren die Verluste während des Stellungskrieges in den Jahren 1915-1918, und bei der Abwehr des amerikanisch-französischen Großangriffs im September 1918. Die heute hier Ruhenden aus der Anfangszeit des Krieges gehörten im wesentlichen bayerischen, aber auch westpreußischen und schlesischen Truppenteilen an. Später, vor allem während der Schlacht um Verdun im Jahre 1916 erfolgte die Ablösung in immer kürzerer Folge, so dass bis zur Räumung des Gebietes im September/Oktober 1918 Divisionen aus nahezu allen damaligen deutschen Ländern im Einsatz waren.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen


Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. 1929 erfolgten erste Baum- und Heckenpflanzungen. Das Gemeinschaftsgrab erhielt eine Einfassung aus Naturstein und einen Gedenkstein als zentrales Mal. Später wurde der Eingangsbereich mit Treppe und geschmiedetem Tor zwischen monolithischen Steinblöcken neu gestaltet und das Gräberfeld begrünt. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.


Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Zuvor hatten jugendliche Helfer des Volksbundes bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1970 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Vorher hatten jugendliche Helfer die zugehörigen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernahm, an den Gräbern versetzt.

Insgesamt ruhen 2 655 Gefallene in Einzelgräbern; 13 von ihnen blieben unbekannt. Von den 2 935 Gefallenen im Gemeinschaftsgrab blieben 2 015 unbekannt.


Die neun Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1.(oben) "Hier ruht begraben ... ."
2.(unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."


Eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung mit Baum- und Strauchpflanzungen und Begrünung der Gräberfläche schloss sich an. Das Gelände erhielte eine Einfriedung mit Hecke und Zaun und einer Mauer im Eingangsbereich. Die Namen der bekannten Toten im Gemeinschaftsgrab sind auf Tafeln festgehalten.


Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.