Tirana

Albanien
Gesamtbelegung: 66
41°18'52.7"N; 19°49'16.3"E
Im Zweiten Weltkrieg sind in Albanien rund 2 400 deutsche Soldaten gefallen oder vermisst. Etwa 1 800 von ihnen sind namentlich bekannt. Ihre Gräber befinden sich an 87 Orten. Zu den deutschen Verlusten im Ersten Weltkrieg gibt es keine Angaben. Da sich das Land jahrzehntelang abgeschottet hatte, gab es keine diplomatischen Verbindungen zwischen Deutschland und Albanien. Anfang der 90er Jahre, nachdem das Land die Grenzen geöffnet hatte, waren erste Gespräche möglich.


Am 14. April 1994 wurde das Kriegsgräberabkommen zwischen Deutschland und Albanien geschlossen; am 7. Januar 1995 trat es in Kraft. Trotzdem war es wegen politischer Unruhen im Lande noch nicht möglich, für die deutschen Kriegstoten einen würdigen Soldatenfriedhof anzulegen. Nach den dem Volksbund vorliegenden Unterlagen befanden sich in Tirana, Shkodra, Elbasani, Vlora und Korca größere Gräberfelder. Nach Sondierungen durch den Umbettungsdienst wurde jedoch festgestellt, dass die meisten Gebeine wegen Überbettungen und auch wegen baulicher Maßnahmen nicht mehr geborgen werden konnten.

2002 war es dem Volksbund schließlich möglich, auf einer kleinen Fläche inmitten des Stadtparks von Tirana, einen deutschen Soldatenfriedhof einzurichten. Das Gelände wurde von der albanischen Regierung kostenlos zur Verfügung gestellt und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem kleinen Commonwealth-Friedhof und zu einem Denkmal. Hier sollen alle Gebeine deutscher Kriegstoter, die auch noch in den nächsten Jahren aufgefunden werden, eingebettet werden.

Im Zentrum der nur 150 m2 großen und mit einer Natursteinmauer eingefassten Anlage steht ein Gedenkstein aus Granit, auf dem das Symbol des Volksbundes und jeweils ein Gedenktext in deutscher und albanischer Sprache eingraviert sind. Um den Gedenkplatz wurden acht Stelen mit den Namen aller in Albanien gefallenen deutschen Soldaten gesetzt. Die Namen der rund 60 Gefallenen, die auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen, sind durch ein Symbol vor dem Namen kenntlich gemacht.