Thionville

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 1. 653 Kriegstote verschiedener Nationen des I. Weltkrieges.

787 Deutsche
161 Franzosen
5 Kriegstote der k. u. k. Österr.-Ung. Armee
2 Belgier
3 Engländer
3 Luxemburger
692 ehem. sowjet. Union

Département Moselle


Der Soldatenfriedhof Thionville wurde mit Beginn des Ersten Weltkrieges im August 1914 von der Militärverwaltung der damals deutschen Festung Diedenhofen (jetzt frz.: Thionville) eingerichtet. Anlass dazu war der Zustrom von Schwerverwundeten aus den ersten Grenzschlachten im benachbarten Belgien und südlich Metz, die in Lazaretten versorgt werden mussten. Mancher von ihnen erlag hier seinen Verletzungen. Hinzu kamen Verunglückte oder an Krankheiten Verstorbene des Etappen- und Ausbildungsdienstes. Die ausländischen Opfer starben als Gefangene ebenfalls in den Lazaretten. Die Anzahl der russischen Toten ist besonders hoch, weil russische Gefangene in großer Zahl beim Straßenbau und in Bergwerken Arbeitsdienste leisten mussten. Hierbei kam es häufiger zu schweren Unfällen. Die französische Militärverwaltung erweiterte nach Kriegsende den Friedhof durch Zubettungen von Toten aus 19 benachbarten Gemeinde- und Ortsbereichen. Da die deutschen Toten von zahlreichen Frontbereichen kamen und sie dementsprechend vielen verschiedenen Truppenteilen angehörten, lagen ihre Heimatgarnisonen in nahezu allen Ländern und Provinzen des damaligen deutschen Reiches. Die Soldaten der Österr.- Ung. Armee gehörten einem Kontingent von vier Divisionen an, das zur Unterstützung des deutschen Bundesgenossen im Sommer 1918 an die Westfront entsandt worden war und hier im Raum Verdun noch zum Einsatz kam.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen:
Obwohl zwischen der französischen Militärverwaltung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahre 1928 eine Vereinbarung über die Behandlung deutsch-französischer Gemeinschaftsanlagen getroffen worden war, konnten infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges keine Arbeiten mehr ausgeführt werden.

Endgültige Gestaltung:
Auch nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 blieb der Friedhof zunächst noch unter französischer Verwaltung und Pflege. Erst mit beginnendem Verfall der bisher von französischer Seite verwendeten Betonkreuze verständigten sich beide Seiten im Jahre 1990 auf eine vollkommene gärtnerische Umgestaltung des Areals. Bei dieser Gelegenheit wurden durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. die deutschen Gräber durch Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden gekennzeichnet.

Pflege:Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.