Thiaucourt-Regniéville

Frankreich
Gesamtbelegung: 11685
48°56'45.11"N; 5°52'37.76"E
Département Meurthe-et-Moselle

11 685 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Auf dem Friedhof ruhen auch deutsche Gefallene des Krieges 1870-1871. Am westlichen Ausgang des Ortes liegt der amerikanische Soldatenfriedhof mit 4036 Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Der deutsche Soldatenfriedhof Thiaucourt wurde im September 1914 von der eigenen Truppe angelegt. Opfer der schweren Kämpfe um die Woëvre-Ebene, die Maashöhen nördlich St. Mihiel und die Waldgebiete zwischen St. Mihiel und Pont-à-Mousson Ende August Anfang September 1914 bekamen hier eine Ruhestätte. Später folgten Opfer aus dem permanenten Stellungskrieg der Jahre 1915-1918 sowie diejenigen, aus dem Verlauf der Abwehrkämpfe gegen Amerikaner und Franzosen im September 1918, als diese versuchten bei St. Mihiel die deutsche Front zu durchbrechen.
Nach Kriegsende erweiterten die französischen Militärbehörden den Friedhof ganz erheblich durch die Zubettung deutscher Kriegstoter, die bis dahin weit verstreut in provisorischen Gräbern im Bereich von 65 Gemeinden und Ortsteilen in Entfernungen von bis zu 30 Kilometer im Umkreis beigesetzt waren. Das Ausmaß der Zubettungen kann man auch heute noch deutlich erkennen, da das ehemalige deutsche Gräberfeld nur den heutigen Block 17 um die Gräber des Krieges 1870/71 herum im unteren Teil des Friedhofes umfasste. Hier befinden sich auch noch bauliche Anlagen, die während der Kriegszeit entstanden waren.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Als erstes erfolgte im Winter 1927/28 die Pflanzung von 345 Bäumen, denen später weitere folgten. Außerdem wurde die Gräberfläche begrünt und das Gemeinschaftsgrab erhielt eine Einfassung aus Naturstein. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1974 folgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden.
In jahrelanger Arbeit versetzten zuvor jugendliche Helfer die erforderlichen 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, deren Antransport seinerzeit die Bundeswehr übernahm. Ergänzende Baum- und Sträucherpflanzungen, die Erneuerung der Einfriedung mit Zaun und Hecke und die Verlegung des Eingangs mit Zugang von der im Süden vorbeiführenden Straße schlossen sich an.

Die Namen der bekannten Toten im Gemeinschaftsgrab sind auf Tafeln festgehalten, die auf der Einfassungsmauer befestigt wurden.

Von den 11 685 Gefallenen ruhen 8 715 in Einzelgräbern; 70 blieben ohne Namen.In dem Gemeinschaftsgrab mit 2 970 Opfern sind 327 namentlich bekannt.

Die 38 Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut. Dazu wurde hier eine Pflegenebenstelle errichtet.