Tallinn Maarjamäe

Estland
Gesamtbelegung: 2329
59°27'25.22"N; 24°48'47.89"E

Wegbeschreibung

Vom Stadtzentrum aus fährt man auf der Narva mint. und der Pirita tee in Richtung Pirita direkt am Ufer entlang. Hinter der Sowjetischen Gedenkstätte (Memorialkomplex Maarjämäe) fährt man rechts in die Kose tee und erreicht am Ende dieser Straße den Friedhof. Die genaue Adresse lautet: Deutscher Soldatenfriedhof Tallinn-Maarjamäe, Lepa str., 11213 Tallinn-Maarjamäe/Estland

Deutscher Soldatenfriedhof 1939/45

Die 1941 von der Wehrmacht als Zubettungsfriedhof angelegte Kriegsgräberanlage in Reval-Marienberg (heute: Tallin-Maarjamäe) wurde nach dem Krieg eingeebnet. Auf einem kleinen Teil des als Brachland vorhandenen Geländes wurde 1980 eine sowjetische Gedenkstätte mit einem monumentalen Ehrenmal errichtet.
1997 konnte der Volksbund mit der estnischen Stadtverwaltung eine Vereinbarung über eine Gestaltung des Gräberfeldes abschließen. Der exakte Standort und die Lage der Gräberblöcke konnte durch eine im Jahre 1996 vorgenommene Sondierung des Umbettungsdienstes ermittelt werden. Die in landschaftlich schöner Lage an der Uferstraße zwischen Tallinn (Zentrum) und dem Stadtteil Pirita gelegene Anlage umfasst eine Fläche von ca. 27.000 m². Die nördlich des Friedhofes liegende sowjetische Gedenkanlage (Maarjamäe- Memorialkomplex) ragt zum Teil in den deutschen Friedhof hinein. Das gesamte Gelände, bestehend aus dem deutschen Soldatenfriedhof und dem Memorialkomplex, ist wegen seiner historischen Bedeutung und interessanten Lage ein Anziehungspunkt für Menschen verschiedener Nationen.
Der Gedenkplatz zur Ehrung der Gefallenen liegt im nördlichen Teil des Friedhofes. Eine Gedenkaussagetafel vor dem Hochkreuz erinnert an die hier ruhenden deutschen Soldaten.
Neben dem 5,50 m hohen Hochkreuz aus Stein befinden sich 24 liegende Schrifttafeln. In alphabetischer Reihenfolge sind die Namen, Geburts- und Sterbedaten von 2.156 deutschen Soldaten verzeichnet. Die Einzelgräber der Toten konnten nicht mehr rekonstruiert werden. Die Gräberfelder sind mit 25 Kreuzgruppen aus Naturstein kenntlich gemacht.
Da der Friedhof Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkomplexes in Maarjamäe ist, wurden seine Grenzen zum umliegenden Gelände hin offen gelassen und lediglich mit in Abstand von 10 m stehenden Natursteinpfosten gekennzeichnet. Durch Baumpflanzungen und Rasenansaat wurde der landschaftliche Charakter des Friedhofes verstärkt.
Die Einweihung fand am 12. September 1998 statt.


Am 8. Juni 2018 wurden im Rahmen einer kleinen Gedenkzeremonie 84 Kriegstote (die meisten waren Angehörige der deutschen Marine) beigesetzt, die bei Seegefechten an den Küsten Estlands während des Zweiten Weltkrieges angespült wurden.