Ste.-Marie-aux-Mines

Frankreich
Gesamtbelegung: 1172
48°14'48"N; 07°11'22"E
Département Haut-Rhin,

1036 deutsche Kriegstote, Erster Weltkrieg,

136 deutsche Kriegstote Zweiter Weltkrieg



Der deutsche Soldatenfriedhof Sainte-Marie-aux-Mines wurde im Dezember 1916 von der deutschen Truppe angelegt, nachdem die Gemeinde das benötigte Gelände bereitgestellt hatte. Noch während des Krieges bettete man Gefallene aus der Zeit der Kämpfe um den Marie-Pass (Col-de-Ste. Marie) nach hier um. Die ersten Todesopfer forderten die Kämpfe um den Vogesenkamm, über den die damalige Reichsgrenze verlief, als die französischen Truppen in den ersten Kriegstagen - Mitte August 1914 - über diesen Umweg in das Rheintal vorstießen und Sainte-Marie-aux-Mines unmittelbares Kampfgebiet wurde. Der größte Teil der heute auf dem Friedhof Ruhenden fiel bei der deutschen Gegenoffensive vom 20.-23. August 1914 und bei Abwehrkämpfen im Jahre 1915. Etwa ein Drittel der Opfer sind in der Zeit von 1915 bis Kriegsende 1918 im Stellungskrieg gefallen oder ihren Verwundungen erlegen. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Bayern, Hessen, Thüringen, Brandenburg und im Rheinland lagen. Nach dem Kriege haben die französischen Militärbehörden den Friedhof durch Zubettung weiterer Gefallener aus neun Gemeindebereichen in der näheren Umgebung erweitert.


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf Grund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Die Bepflanzung des Friedhofes, die wie das Denkmal noch aus der Kriegszeit stammte, bedurfte dringend der Überarbeitung. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungeklärt.


Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Jugendliche Helfer hatten bereits gärtnerische Vorarbeiten geleistet. Das Gelände mit dem Gehölzbestand wurde gründlich rekultiviert und das Denkmal instand gesetzt. Soldaten der Bundeswehr regulierten in freiwilliger Arbeit den durch das Gelände führenden Bachlauf. 1980 wurden die bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit gegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden ausgetauscht. Jugendliche Helfer versetzten die erforderlichen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte. Von den 1 036 Gefallenen ruhen 671 in Einzelgräbern. Ein Schicksal blieb namenlos. In dem Gemeinschaftsgrab mit 365 Toten blieben 225 unbekannt. Das Grab eines Gefallenen jüdischen Glaubens erhielt aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:

1.(oben) "Hier ruht begraben... ."
2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."


Die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges verloren ihr Leben, als sie im Winter 1944/45 vergeblich versuchten, den Vogesenkamm und die Paßhöhe oberhalb Ste. Marie gegen die amerikanischen Streitkräfte zu verteidigen. Inmitten des Friedhofsgeländes liegt in einer privaten Parzelle das Grab von Oberst Maurice Fitz James von Berwick, gestorben am 12. April 1835. Er gehörte der "Garde Imperiale de Russie" an. Er starb am Wohnsitz seines Schwiegervaters M. de Roguier, Stadtrat am königlichen Hof in Nancy, auf dessen Besitz das Grab seiner Zeit und 1916 der Soldatenfriedhof angelegt wurde.


Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.