St.-Étienne-à-Arnes

Frankreich
Gesamtbelegung: 12541
49°18'49.33"N; 4°29'55.56"E
St. Etienne-à-Arnes


12541 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof St.- Etienne-à-Arnes wurde im Frühjahr 1915 angelegt, als die französischen Armeen nur 12 Kilometer südlich des Ortes versuchten, die deutschen Linien in der Umgebung der Navarin-Ferme zu durchbrechen. Hier tauchten unter dem Eindruck eines tagelangen Artilleriefeuers, mit höchster Intensität auf die deutschen Stellungen, erstmals die Begriffe "Materialschlacht" und "Trommelfeuer" auf. Seinerzeit wurden in den Etappenorten überall Lazarette eingerichtet. Weitere Angriffe, die auch für die Verteidiger verlustreich waren, folgten im Herbst 1915 und im Frühjahr 1917. Im Juli 1918 scheiterte eine deutsche Offensive in diesem Kampfraum, bis schließlich nach harten Abwehr- und Rückzugsgefechten die deutschen Truppen dieses Gebiet räumen mussten. Nach Kriegsende erweiterten die französischen Militärbehörden durch Zubettungen aus dem Areal von 27 Gemeinden und Ortsteilen, teilweise aus einer Entfernung von über 25 Kilometern, den Friedhof erheblich. Zahlreich waren auch die Gefallenen, die man beim Aufräumen des einer Wüstenei gleichenden Schlachtfeldes noch bergen konnte. Die heute hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in nahezu allen Ländern und Provinzen des damaligen deutschen Reiches lagen. Das Denkmal, "Den Gefallenen der 18. Inf. Div. 1915-1918 gewidmet", schufen Bildhauer und Steinmetze, die dieser Truppe angehörten.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1929 aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Hierbei erfolgten u.a. die Pflanzung von mehr als 500 Birken, Büschen und Rosen, die Begrünung des gesamten Gräberfeldes, die Errichtung eines neuen Eingangs mit Flügelmauern aus Naturstein und einem Schmiedeeisernen Tor sowie die Einfassung des Gemeinschaftsgrabes mit einer Natursteinmauer. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19.7.1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung, bei der freiwillige Helfer der Jugendlager des Volksbundes tatkräftig mitwirkten, erfolgte 1973 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden.


Die dazu erforderlichen ca. 35 Kilogramm schweren Betonfundamente transportierte die Bundeswehr an - die Versetzung an den Gräbern übernahmen wiederum jugendliche Helfer. Sie und die Soldaten unterstützten den Volksbund bei der Erfüllung seiner Aufgaben besonders eindrucksvoll.
Von den 12 541 Gefallenen ruhen 7 541 in Einzelgräbern; 25 blieben ohne Namen.In dem Gemeinschaftsgrab mit 5 000 Opfern sind nur 357 namentlich bekannt.

Die Gräber der 31 Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1.(oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes betreut.