Sissonne

Frankreich
Gesamtbelegung: 14694
49°34'56.22"N; 3°55'15.96"E
Département Aisne 14 694 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Auf dem anschließenden britischen Soldatenfriedhof ruhen 286 Gefallene

Der ursprüngliche deutsche Soldatenfriedhof Sissonne wurde auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes im Jahre 1915 von der zuständigen deutschen Etappeninspektion angelegt. Hier fanden die Gefallenen aus 12(sächsischen) Armeekorps aus den Kämpfen des Sommers 1914 ihre letzte Ruhestätte. Es folgten an ihren Wunden verstorbene sowie durch Krankheit oder Unfall zu Tode gekommene Soldaten der Etappendienste. Schließlich bettete die Truppe ihre Gefallenen aus den Abwehrkämpfen des Herbstes 1918 bis zur Räumung durch die Deutschen zu. Auch die gefallenen Gegner wurden in besonderen Abteilungen des Gräberfeldes begraben. Ende 1919 verlegten die französischen Militärbehörden die deutschen und britischen Gräber aus dem Gelände des Übungsplatzes an dessen Rand. Gleichzeitig erfolgte die Überführung der deutschen Toten, die noch in provisorischen Grabstätten in einem Umkreis von 28 Kilometern lagen, auf diesen Friedhof. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in fast allen Ländern des ehemaligen Deutschen Reiches lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1928 aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Hierbei wurde das Areal mit einer Hecke abgegrenzt, ein neuer Eingang geschaffen sowie eine Anzahl Bäume gepflanzt und das Gräberfeld begrünt. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung , an der sowohl Teilnehmer von Jugendlagern des Volksbundes, als auch auf dem Übungsplatz zeitweise stationierte Soldaten der Bundeswehr maßgeblich beteiligt waren, erfolgte ab 1975 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden.

Auch die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten Teilnehmer an Jugendlagern des Volksbundes. Sowohl die Jugendlichen als auch die Soldaten unterstützten dadurch den Volksbund besonders eindrucksvoll in der Erfüllung seiner Aufgaben.
Von den 14 694 Gefallenen ruhen 10 699 in Einzelgräbern; 36 blieben ohne Namen.
In den zwei Gemeinschaftsgräbern mit 3 995 Opfern sind nur 412 namentlich bekannt.Unter den Toten befinden sich eine Krankenschwester und zwei Soldaten der bulgarischen Armee.



Die Gräber der 39 Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein.
Die hebräischen Inschriften besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden ."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes betreut.