Sailly-sur-la-Lys

Frankreich
Gesamtbelegung: 5495
50°39'38.9"N; 2°46'42.4"E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen .5.495 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Departement Pas-de-Calais


Der deutsche Soldatenfriedhof Sailly-sur-la-Lys wurde von der eigenen Truppe im April 1918 angelegt und bis zum Rückzug im August 1918 ständig erweitert. Die französischen Militärbehörden betteten ab 1920 weitere deutsche Tote hinzu. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden noch deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges bei Bauarbeiten gefunden und hier beigesetzt. Die hier Bestatteten waren hauptsächlich Opfer der deutschen Offensive im Raum Armentières - Estaire im April 1918, des nachfolgenden Stellungskrieges und der Abwehrkämpfe im August 1918.Sie gehörten Truppenteilen an, deren Heimatstandorte in Sachsen Schlesien, Thüringen, Pommern, Hessen, Bayern, Westfalen, Westpreußen, Württemberg, sowie im Rheinland, im Elsaß und in Lothringen lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 1927 auf Grund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Bäume und Hecken wurden gepflanzt, die Gräberflächen begrünt und eine Eingangspforte geschaffen. Ein Denkmal, gekrönt von einem Bronzekreuz und versehen mit der Inschrift: "Hier ruhen deutsche Soldaten 1914 - 1918", bildet den Mittelpunkt der Anlage. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundes-regierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Neben einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung erfolgte 1977 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzkreuze gegen Kreuze aus Metall mit erhaben gegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten freiwillige Helfer der Jugendlager des Volksbundes an den Gräbern und unterstützten damit, ebenso wie die Soldaten der Bundeswehr, den Volksbund eindrucksvoll bei der Erfüllung seiner Aufgaben.
Von den 5 495 Gefallenen, die hier ruhen, blieben 246 namenlos.

Die 28 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.