Rumaucourt

Frankreich
Gesamtbelegung: 2618
50°14'25"N; 3°03'38"E
Département Pas-de-Calais


2 616 deutsche Kriegstote 2 Kriegstote der Österr.- Ung. ArmeeErster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Rumaucourt wurde im Herbst 1916 angelegt, als in der zweiten Phase der Sommeschlacht die britischen Angreifer das Umfeld von Bapaume erreichten und Rumaucourt Standort zahlreicher Lazarette wurde. Die Lazarettoten wurden als erste auf dem Friedhof beigesetzt. Ihnen folgten die Opfer der sogenannten "Osterschlacht von Arras" im April 1917 und des britischen Angriffs auf Cambrai im November 1917, als die Engländer erstmals unter Einsatz von fast 400 Panzerkampfwagen erneut einen Durchbruch erzielen wollten. Auch der deutsche Gegenangriff im Dezember 1917 forderte neue Opfer. Mehr als 600 Tote ruhen hier aus den Schlachten im Frühjahr 1918 und den im August einsetzenden Rückzugskämpfen. Die letzten Beisetzungen nahm die deutsche Truppe Ende August bis Mitte September 1918 vor.
Die in Rumaucourt Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Hessen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Westfalen, Baden, Württemberg, Bayern, im Rheinland und Elsaß sowie in den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck lagen.
Die französischen Militärbehörden eweiterten im Jahre 1924 den Friedhof durch Zubettung von weiteren 1 000 deutschen Kriegstoten aus acht umliegenden Gemeindebereichen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den KriegenErste Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1928 auf Grund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Zahlreiche Bäume und Sträucher und eine Hecke wurden gepflanzt, ein neuer Eingang mit geschmiedetem Tor und Flügelmauern aus rotem Vogesensandstein folgte. Aus diesem Material besteht auch ein monolithischer Gedenkstein, der den Mittelpunkt der Anlage bildet. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung, u.a. Ergänzungspflanzungen von Bäumen und Teilen der Hecke, erfolgte ab 1976 der Austausch der provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenem Namen und Daten der hier Ruhenden. Die 35 Kilogramm schweren Fundamente für die Kreuze versetzten freiwillige Helfer von Jugendlagern des Volksbundes. Den Transport der Fundamente übernahm die Bundeswehr und leistete damit, ebenso wie die Jugendlichen, eine bedeutende Unterstützung der Arbeit des Volksbundes.Alle 2 618 Gefallenen ruhen in Einzelgräbern. Unter ihnen zwei Kriegstote der Österr.-Ung. Armee.

Die sieben Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.