Roye-St.Gilles

Frankreich
Gesamtbelegung: 6545
49°40'56.6"N; 2°47'06.9"E
Département Somme
6545 deutsche KriegstoteErster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof wurde 1920 von den französischen Militärbehörden angelegt, die hier die deutschen Gefallenen zusammenbetteten, die bisher in den Bereichen von nicht weniger als 49 Gemeinden in Feldgräbern und provisorischen Gräberstätten beigesetzt waren oder die beim Aufräumen des Schlachtfeldes gefunden wurden. Etwas mehr als 2000 der Gefallenen starben bei den schweren Kämpfen im Herbst 1914 und im Frühjahr 1915 sowie während des Stellungskrieges bis zum Sommer 1916. Die Mehrzahl der Toten sind jedoch Opfer der Schlachten im Frühjahr und Sommer 1918. Die Gefallenen der ersten Kriegsjahre gehörten Truppenteilen an, die ihre Heimatgarnison in West- und Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Sachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Westfalen, Württemberg, Bayern, den Rheinlanden sowie den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck hatten. 1918 kamen noch Truppen aus Posen, Schlesien, der Mark Brandenburg, Anhalt und Baden hinzu. Insgesamt ruhen auf dem Friedhof Gefallene von 88 Infanterie- und 28 Artillerie-Regimentern!

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1927 aufgrund einer Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden aus. Die Gräberfläche wurde begrünt, eine Hecke sowie Bäume und Büsche gepflanzt und der alte Bestand einer gründlichen Überholung unterzogen. Zur Straße hin grenzte nun eine Mauer mit schmiedeeisernem Tor den Friedhof ab. Die von der Truppe gesetzten Denkmale wurden instand gesetzt. Das eine trägt die Inschrift: "Errichtet von den Hessischen Truppenteilen Juli 1915", die Inschrift des anderen lautet:
"DAS NASSAUISCHE LAND DEN GEFALLENEN HELDEN -DEPARTEMENT DU NASSAU AUX HEROS MORTS".Auf den Seiten sind Namen von Gefallenen eingraviert. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst.


Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Noch 1972 erfolgte der Austausch der provisorischen Holzgrabzeichen gegen dauerhafte Kreuze aus belgischem Granit, in die Namen und Daten der Toten eingraviert sind. Von den 3755 in Einzelgräbern Ruhenden blieben 126 unbekannt. In zwei Gemeinschaftsgräbern sind 2780 Gefallene bestattet. 116 von ihnen sind namentlich bekannt.

Die neun Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."1974-75 erhielten die Gemeinschafts-gräber eine neue Einfassung aus Naturstein. Als zentrales Mal wurde ein Hochkreuz aus geschmiedetem Stahl errichtet.

Es erfolgte eine grundlegende landschaftsgärtnerische Überarbeitung mit Neuanpflanzungen von Bäumen und Sträuchern. Pflege:Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.