Romagne-sous-Montfaucon

Département Meuse

1407 deutsche Kriegstote

8 französische Kriegstote

Erster Weltkrieg

Ein Soldatenfriedhof der USA - der "Meuse-Argonne-Cemetery" liegt am ostwärtigen Ortsausgang. Er ist mit 14 246 Toten aus den Kriegsjahren 1917 und 1918 die größte amerikanische Kriegsgräberstätte beider Weltkriege in Europa. Der deutsche Soldatenfriedhof Romagne-sous-Montfaucon ist im September 1914 von der eigenen Truppe angelegt worden. Mit Beginn der Kämpfe um die Maasübergänge zwischen Henay und Sivry Ende August 1914 wurden in Romagne mehrere Lazarette eingerichtet. Schwerverwundete, die ihren Verletzungen erlegen waren und Gefallene fanden eine Ruhestätte neben dem Gemeindefriedhof. Weitere Tote kamen von Ende September 1914 bis in das Jahr 1915 hinein hinzu, die ihr Leben bei heftigen Gefechten im Gebiet zwischen Argonnerwald und Maas, insbesondere bei Varennes und Vauquois, verloren. Die meisten der auf dem Friedhof Ruhenden starben jedoch während der Schlachten um Verdun. Anfang März 1916 begann der deutsche Angriff auch auf dem linken Maasufer. Zahlreich sind die Toten aus den Kämpfen um die Höhen 304 und "Toter Mann", die schwerverwundet noch bis Romagne in die Lazarette gelangten. Es folgten die verlustreichen französischen Gegenoffensiven im Herbst 1916 und im August 1917 sowie die Rückzugskämpfe im September und Oktober 1918. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Schlesien, Sachsen, Württemberg, Bayern, Westpreußen, Pommern, Mecklenburg, im Rheinland und in Lothringen lagen. Das 6. Res.Korps errichtete seinen Gefallenen im September 1915 ein Denkmal.


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. 1932 begannen umfangreiche Baumpflanzungen, die mit ihren langen Fichtenreihen dem Friedhof sein Bild gaben. Die provisorischen Holzgrabzeichen wurden ausgetauscht gegen kunstvoll gearbeitete Schieferkreuze. Eine Mauer bildet mit der schmalen Eingangstür den Abschluss zur Straße hin. Schließlich errichtete die Bauleitung des Volksbundes unter der Leitung ihres Chefarchitekten Robert Tischler einen Gedenkraum aus Naturstein, dessen eine Wand ausgefüllt ist von einer Piéta in Mosaikhandarbeit. (Entwurf Prof. Klemm, Ausführung "Bayerische Hofglasmalerei" - beide München). Sie wird geschützt durch ein kunstvoll geschmiedetes Gitter. Der Friedhof Romagne-sous-Montfaucon ist einer der wenigen deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich, der zwischen den Kriegen fast vollständig fertiggestellt werden konnte, bevor die Devisenknappheit Mitte der dreißiger Jahre die Volksbundarbeit in Frankreich zum Erliegen brachte.



Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. 1973 mussten zahlreiche alte Fichten, die durch Unwetter beschädigt worden waren, ersetzt werden. Das gleiche galt für die Grabzeichen, die ebenfalls zu erneuern waren. Alle 1 407 deutschen Gefallenen ruhen in Einzel- bzw. Gruppengräbern; 65 blieben ohne Namen. Bei dieser Gelegenheit wurden die Gräber der beiden Gefallenen jüdischen Glaubens durch Grabstelen gekennzeichnet. Deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."
2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.


Umgestaltung der Kriegsgräberstätte ab 2014 – Wiedereinweihung 2016


Die Gliederung der Kriegsgräberstätte Romagne-sous-Montfaucon spiegelt das Ziel der damaligen Gestaltung hervorragend wieder. Durch das Erschaffen eines besonders schönen Naturbildes sollte das Trauma des 1. Weltkrieges negiert werden. Aus diesem Grund lehnt sich der neue Entwurf an die vorhandene Gestaltung an, berücksichtigt aber auch zeitgemäße Aspekte, die den Pflegeaufwand reduzieren.

Aus Sicherheitsgründen mussten die Großbäume, die in den 70er Jahren gepflanzt wurden, gefällt werden.

Der überalterte Fichten- und Efeubestand wurde gerodet und nur teilweise ersetzt. Der Gedanke eines Ehrenhaines wurde in den Außenbereichen aufgegriffen und bildet einen Rahmen für die Anlage. Im Inneren der Anlage wird dieser Hain jedoch aufgebrochen, um einen landschaftlichen Charakter zu schaffen und zukünftige Beschädigungen der Grabkreuze weitestgehend auszuschließen. Da das Gelände von vorn nach hinten ansteigt, wurden im Eingangsbereich Großsträucher gepflanzt. Die Sicht auf die Anlage wird somit nicht sofort freigegeben und der damals gewünschte Effekt, die Anlage in Ihrer Schönheit erst bei Austritt aus dem vorhandenen Sandsteingebäude zu erfassen, wurde wieder hergestellt, ein Moment der Innehaltung geschaffen.

Die gut erhaltenen Kreuze wurden wieder verwendet, zerborstene Kreuze durch neue Kreuze gleicher Machart, jedoch aus widerstandsfähigerem Material, ersetzt.

Die Umgestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie der Unterstützung der Bundeswehr.