Rancourt

Frankreich
Gesamtbelegung: 11422
49°59'49.70"N; 2°54'19.48"E
Département Somme 11 422 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg



Aus den Kämpfen im Herbst 1914 liegen nur wenige Tote auf dem Friedhof. Auch der nachfolgende Stellungskrieg bis Sommer 1916 verursachte nur geringe Verluste. Zwei Drittel der Toten sind jedoch Opfer der zweiten Sommeschlacht von Juni bis November 1916 und ein Drittel der dritten großen Schlacht in diesem Gebiet von Ende März bis zum Spätsommer 1918. Die in Rancourt Ruhenden gehörten Truppenteilen aus allen Gebieten des Deutschen Reiches an.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahre 1929 aufgrund einer Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden aus. Das Gräberfeld wurde mit einer Hecke eingefasst und mit Bäumen bepflanzt. Die beiden Gemeinschaftsgräber erhielten eine gemauerte Einfassung und eine Pflanzung mit Wildrosen. Ein neuer Eingang wurde mit Steinpfeilern und schmiedeeisernem Tor gestaltet. Zwischen den Gemeinschaftsgräbern entstand eine kleine Gedenkhalle aus rotem Vogesensandstein. Die Durchlässe erhielten kunstvoll geschmiedete Türen und Gitter. Im Inneren an der Rückwand befindet sich eine Skulptur von Professor Geiger, München - eine Grablegung darstellend. Das Material ist oberbayerischer Tuffstein.
Der Friedhof wurde unter zahlreicher Beteiligung, auch der französischen Behörden und der Bevölkerung, in einer schlichten Feier am 17. September 1933 eingeweiht. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber musste allerdings infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst bleiben.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Ab 1972 erfolgte der Austausch der provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus belgischem Granit mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden. Von den 3930 in Einzel-und Gruppengräbern Bestatteten blieben 126 unbekannt. In zwei Gemeinschaftsgräbern sind 7492 Gefallene bestattet. 2316 von ihnen sind namentlich bekannt.

Die neun Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus dem gleichen Material. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."
Sowohl bei der Begrünung der Gräberfläche als auch beim Versetzen der Kreuze halfen Teilnehmer an Jugendlagern des Volksbundes und Soldaten der Bundeswehr.

Es erfolgte eine grundlegende landschaftsgärtnerische Überarbeitung, die sich auf die Begrünung der Gräberfläche, deren Einfassung durch einen neuen Zaun mit Hecke und das Pflanzen neuer Bäume und Büsche erstreckte. Die Natursteineinfassung der Gemeinschaftsgräber, auf denen Tafeln mit den Namen und Daten der bekannten Gefallenen befestigt worden sind, wurde erneuert.

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.