Prilep

Mazedonien
Gesamtbelegung: 1861
41°20'15.9"N; 21°33'32.6"E
Deutscher Soldatenfriedhof 1914/18 und 1939/45 Prilep/MAZEDONIEN
Geschichte und Beschreibung des Friedhofes



Der deutsche Soldatenfriedhof, der auf einer kleinen Anhöhe am Rande des städtischen Friedhofs in Prilep liegt, wurde 1916 von der Truppe angelegt, vom Amtlichen Deutschen Gräberdienst von 1931-1932 als Sammelfriedhof ausgebaut und am 09.05.1933 eingeweiht. Zu diesem Zeitpunkt waren dort 1.683 deutsche, darunter Heinrich Ebert, Sohn des späteren Reichspräsidenten Friedrich Ebert (am 14.02.1917 in einem Feldlazarett in Prilep verstorben) und 146 Soldaten von 6 anderen Nationen (Österreich, Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Serbien, Türkei) sowie 8 albanische Staatsangehörige beigesetzt - Stand 1933 - deren Gräber bis auf wenige Ausnahmen heute nicht mehr erkennbar sind. Die italienischen und französischen Toten wurden ausgebettet und auf andere Friedhöfe überführt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Friedhof ca. 50 deutsche Gefallene beerdigt.

Im Laufe der Zeit wurde der Friedhof nahezu vollständig zerstört und u.a. als Viehweide und Ablage für Unrat genutzt. Dem Volksbund war es - auch aufgrund eines fehlenden Kriegsgräberabkommens - über viele Jahre hinweg nicht möglich, Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

Anfang der 1970er Jahre gab es Gespräche über eine Verlegung des Friedhofes, deren Ergebnis aber nicht realisiert wurde.

Nach erneuten Gesprächen im Jahr 2000 erhielt der Volksbund vom zuständigen mazedonischen Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik mit Verbalnote vom 17.07.2003 die Genehmigung, den Friedhof in Prilep herzurichten. Bei Sichtung alter Unterlagen wurde festgestellt, dass in den Plänen im vorderen Friedhofsteil eine unbelegte Fläche ausgewiesen ist. An dieser Stelle sollen die in Mazedonien ruhenden Toten des Zweiten Weltkrieges zentral zusammengeführt werden. Aufgrund der verhältnismäßig geringen Verlustzahlen (ca. 1.800 Tote) erübrigte sich daher für diese Toten die Errichtung eines gesonderten Sammelfriedhofes oder der Ausbau weiterer Anlagen.

Die Deutsche Botschaft in Skopje unterstützte den Volksbund und betreute Soldaten und Reservisten der Bundeswehr, die in jährlichen 2 bis 6 wöchigen Arbeitseinsätzen verschiedene Instandsetzungsarbeiten durchführten. Das geschah eigenständig, zum Teil unter Mithilfe von mazedonischen Soldaten und in Zusammenarbeit mit örtlichen Firmen.

Die Gräberfelder des Ersten Weltkrieges wurden planiert und mit Symbolkreuzgruppen aus Granit gekennzeichnet. Die dem Volksbund bekannten Namen aller Kriegstoten des Ersten Weltkrieges wurden auf Granitsteinen beschriftet.

Für die in Mazedonien Gefallenen des Zweiten Weltkrieges wurden neue Einbettungsflächen geschaffen. Diese Toten werden in Einzelgräbern bestattet und erhalten Grabkreuze mit ihren Namen und Daten. Bereits 2009 wurde an sie in einem metallenen Namenbuch, dass auf dem Gedenkplatz aufgestellt wurde, erinnert.

Anhand eines alten Fotos rekonstruierte der Volksbund annähernd das ehemalige Eingangstor und ließ es von einer örtlichen Firma herstellen und einbauen. In einer größeren Lücke der Friedhofsmauer konnte - nach Umbettung der davor bestatteten Soldaten des Ersten Weltkrieges - eine Wirtschaftszufahrt angelegt werden. Das dazugehörige Tor wurde ebenfalls nach Maßgabe des Volksbundes in Prilep produziert und installiert.

Die Stadt Prilep beteiligte sich an den Bauarbeiten ebenso wie das bulgarische Verteidigungsministerium.

Nach bulgarischen Angaben befinden sich 60 Gräber bulgarischer Kriegstoter auf dem Friedhof. Die Fläche dieser Gräber wurde von bulgarischer Seite mit Symbolkreuzgruppen aus weißem Marmor und einer Namentafel gekennzeichnet. Außerdem spendete das Ministerium weiße und rote Rosen für den Friedhof, die entlang des Hauptweges gepflanzt wurden.

Von der Stadt Prilep wurde technische Hilfe geleistet sowie Bänke und alle Linden, die der Anlage den markanten Rahmen geben, gespendet.

Für Heinrich Ebert ließ die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Erinnerungstafel anbringen. An die ungarischen Soldaten erinnert ebenfalls eine separate Gedenktafel.

Nachdem die Sofortmaßnahmen für die Instandsetzung und Umgestaltung des Soldatenfriedhofes sichtbar waren, fand am 29. August 2009 eine Gedenkfeier mit Wiedereinweihung statt. Mit einem Bundeswehreinsatz wurden im Jahr 2014 die restlichen Arbeiten durchgeführt und damit das Projekt in Prilep abgeschlossen.