Pornichet

Frankreich
Gesamtbelegung: 4946
47°15'26.02"N; 2°19'10.82"W

Wegbeschreibung

Der Soldatenfriedhof liegt 10 km westlich St. Nazaire am Atlantik, unmittelbar im Anschluss an " den Gemeindefriedhof von Pornichet im Stadtviertel St. Sebastien, rechter Hand der Schnellstraße von St. Nazaire nach Pornichet. Die genaue Adresse des Friedhofs lautet: Cimetiere Militaire Allemand, Chemin de la Gruche, St. Sebastien, 44380 Pornichet

Pornichet, im französischen Département Loire-Atlantique, ist ein bedeutender Badeort in unmittelbarer Nähe von Lau Baule, das mit Royan und Biarritz zu den größten Seebädern an der französischen Küste des Atlantischen Ozeans zählt.
Während des Zweiten Weltkrieges hatte der Küstenbogen längs der Biskaya für die deutsche Seekriegsführung besondere Bedeutung. So waren Lorient und St.-Nazaire zu starken Stützpunkten, besonders für die deutschen Unterseeboote, ausgebaut worden. Demzufolge waren diese beiden Orte in besonderem Maße alliierten Luftangriffen ausgesetzt; erwähnenswert ist auch ein "Kommando-Unternehmen", das die Briten am 28.03.1942 gegen den Kriegshafen St. Nazaire durchführten, um vor allem die "Normandie-Schleuse" unbrauchbar zu machen und dadurch die von ihnen vermutete, tatsächlich aber nicht durchgeführte Überführung des Schlachtschiffes "Tirpitz" dorthin zu verhindern. Hierbei setzten sie eine Anzahl von Marinesoldaten mit Stoßtrupps ein, ferner den mit Sprengmunition beladenen Zerstörer "Campbeltown".
Nachdem die Alliierten im Sommer 1944 die Landung in der Normandie und der Durchbruch durch die deutsche Abwehrfront gelungen war, hielten sich die beiden Stützpunkte Lorient und St.-Nazaier noch viele Wochen und Monate; in St. Nazaire konnte sich die deutsche Besatzung sogar noch bis zum 11. Mai 1945 behaupten.
In Pornichet hatte die deutsche Wehrmacht im Anschluss an den französischen Stadtfriedhof "St. Sébastien" einen Soldatenfriedhof angelegt, der ursprünglich mit 1753 Gefallenen belegt war, später durch Zubettungen, welche von den französischen Behörden vorgenommen wurden, auf 2672 erweitert wurden.
Im Rahmen des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom Jahre 1955 wurde vereinbart, die Anlage in Pornichet durch Zubettungen zu erweitern und durch entsprechenden Ausbau zu einem der endgültigen deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich umzuwandeln. Durch den Umbettungsdienst des Volksbundes wurden alle deutschen Kriegstoten, die bisher in den Départements Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Vendée und Deux-Sèvres auf provisorischen Anlagen, zuweilen auch noch in Feldgräbern bestattet gewesen waren, (insgesamt 2163) nach Pornichet umgebettet.
Hierbei wurde in mühseliger Kleinarbeit alles gesammelt, was zu einer späteren Identifizierung der unbekannten Toten dienen konnte. Einer unerwartet hohen Zahl von unbekannten Gefallenen konnte der Name wiedergegeben werden. Darüber hinaus wurde eine große Anzahl von Grabstellen in Erfahrung gebracht, von deren Vorhandensein bisher nichts bekannt gewesen war. Manches Schicksal konnte geklärt, mancher Familie konnte Gewissheit über das Grab ihres Angehörigen gegeben werden.
Der Friedhof liegt unmittelbar neben dem Gemeindefriedhof von Pornichet im Stadtviertel "St.-Sébastien" an der Straße Pornichet-St.-Nazaire.
Bei seiner Anlage war es erforderlich, einen Teil der bereits vorhandenen Bauwerke, deren materieller wie künstlerischer Wert nur gering war, zu beseitigen. Der Eingang ist ungefähr an der gleichen Stelle belassen und neu gestaltet worden. Die Eingangshalle ist ein Teil des Eingangsgebäudes, das außer der Eingangshalle den Raum für den Wärter, den Geräteraum und die Toiletten für die Besucher enthält. Der Wärterraum ist mit der Eingangshalle durch eine Tür verbunden. Die anderen Räume sind von der Eingangshalle nicht zu erreichen. An einer Orientierungstafel kann sich der Besucher über die Lage der Gräber unterrichten.
Die Gräber sind durch Bronzetafeln gekennzeichnet, wobei jeder Gefallene eine Tafel erhalten hat. Die Tafeln von je vier Toten sind auf einem gemeinsamen Sockelstein angeordnet. Am höchsten Punkt des Geländes steht die Gedenkhalle mit dem Kameradengrab. Davor ist ein 10 Meter hohes Granitkreuz errichtet, der bretonischen Kreuzform angeglichen, wie sie in dieser Gegend üblich ist. Die Anlage, auf der 4 944 deutsche Kriegstote ruhen, wird durch einen Pflegearbeiter des VDK betreut.