Ploudaniel-Lesneven

Ploudaniel-Lesneven


Während des Zweiten Weltkrieges haben sich in der französischen Bretagne sowohl in den Jahren 1940 wie auch ganz besonders 1944 zum Teil erbitterte Kämpfe abgespielt. Am 20. Juni 1940 wurde Brest von den Deutschen eingenommen. In den darauffolgenden Jahren bis zum Beginn der alliierten Landung im Juni 1944 forderten britische Luftangriffe auf den Kriegshafen Brest viele Opfer, insbesondere als von 1940 bis zum 11. Februar 1942 die Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau und der schwere Kreuzer Prinz Eugen im Hafen von Brest lagen.

Nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurde das isolierte Brest mit seiner starken Besatzung im August und September 1944 angegriffen und am 19. September 1944 von den Amerikanern eingenommen. Bei den Kämpfen in der Landschaft Bretagne und um Brest gab es schwere Verluste.

Nach Abschluss der Kämpfe um die Festung Brest legte der amerikanische Gräberdienst im Nordwesten der Bretagne südöstlich von Lesneven, an einer von der Route National 170 nach Osten abzweigenden, später neu ausgebauten Nebenstraße, ein Gräberfeld an, auf dem eine große Zahl von Gefallenen der deutschen Wehrmacht bestattet wurde. Später nahmen auch französische Behörden hier Zubettungen vor, so dass die Anlage schließlich bis auf etwa 2600 Gräber anwuchs. Daraus entstand der deutsche Soldatenfriedhof Ploudaniel-Lesneven.

Im Rahmen des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom Jahre 1953 wurde vereinbart, die bis dahin nur provisorische Gräberstätte durch Zubettungen aller anderen, bisher in den Départements Finistère und Cotes-du-Nord bestatteten Gefallenen zu erweitern und zu einem deutschen Soldatenfriedhof zu gestalten. Im Januar 1961 wurde mit der Umbettung der Toten durch die Umbetter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge begonnen. Heute ruhen auf diesem Soldatenfriedhof 5831 deutsche Gefallene. Im Verlauf der Umbettungsarbeiten gelang es, zahlreiche bisher nicht bekannt gewesene Gräber aufzufinden und eine große Anzahl zunächst unbekannter Toter zu identifizieren, so dass vielen Angehörigen nach jahrelanger Ungewissheit Klarheit über das Schicksal ihres aus dem Kriege nicht zurückgekehrten Verwandten gegeben werden konnte.

Gleichzeitig begann der Volksbund unter wesentlicher finanzieller Beihilfe der Bundesregierung mit dem Ausbau der Anlage. Der Friedhof wird von drei Seiten durch Erdwälle eingefasst und nur am Eingang zum Teil durch eine Bruchsteinmauer gegen die Straße hin angeschlossen. Vor dem Wall, links neben dem Eingangsgebäude, liegt der Parkplatz. Der Name des Friedhofes und das Signet des Volksbundes sind am Eingang auf einer Bronzetafel angebracht. Das Eingangsgebäude ist ein flacher langgestreckter Bau aus rotem Granit. Er enthält außer dem Aufenthaltsraum und dem Geräteraum für den Pflegedienst einen zur Friedhofsseite offenen Raum, in dem das Namensverzeichnis der hier Bestatteten ausliegt. Hier ist auch ein Orientierungsplan für die Besucher in der Mauer angebracht. Das Gräberfeld ist in 14 verschiedene Blöcke eingeteilt. Zwei Hauptwege führen von der Eingangshalle zum zentralen Gedenkort.
Er wird durch einen auf 12 Stahlbetonstützen ruhenden Mauerring von 23 m Durchmesser gebildet. Durch diesen schwebenden Ring wird ein Raum geschaffen, der das Gräberfeld und die Landschaft in ihrer unendlichen Weite optisch mit einschließt. Trotzdem hat der in seiner Mitte stehende das Gefühl, sich in einem geschlossenen Raum zu befinden. Im Mittelpunkt des Ringes liegt das Kameradengrab mit 224 Gefallenen. Es ist durch einen sarkophargähnlichen Granitblock gekennzeichnet. Als Abdeckung des Kameradengrabes dienen große, um den Granitblock angeordnete Bronzetafeln, von denen eine die Inschrift trägt: "In einem gemeinsamen Grabe fanden hier 224 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte. Von ihnen blieben 115 unbekannt."

Drei weitere Tafeln verzeichnen die Namen der hier beigesetzten Toten, soweit sie bekannt sind. Die Bodendecke der Gräberfelder besteht aus Rasen. Vereinzelte Baum- und Strauchgruppen, vornehmlich Eichen, lockern die strenge Anordnung der Gräberblöcke auf. Dem gleichen Zweck dienen auf freien Flächen angepflanzte Stauden, Beete mit Efeu und am Wall auch Ginster.

Schon lange Zeit vor der Fertigstellung der Anlage wurden die Arbeiten von der französischen Öffentlichkeit mit regem Interesse verfolgt. Bremer Jugendgruppen, die freundschaftliche Beziehungen zu französischen Gruppen im Gebiet von Brest pflegen, haben zu verschiedenen Zeitpunkten bei den Arbeiten mitgeholfen, zum Beispiel beim Versetzen der Grabsteine. Der Friedhof wurde am 07. September 1968 unter Beteiligung von Angehörigen der Gefallenen eingeweiht.

Die Gedenkveranstaltung 40 Jahre deutscher Soldatenfriedhof Ploudaniel-Lesneven fand am 16.08.2008 statt.

Pate dieses Friedhofes ist der Volksbund, Landesverband Bremen