Pierrepont

Frankreich
Gesamtbelegung: 3017
49°25'22.65''N; 5°42'15.57''E
Département Meurthe-et-Moselle


3017 deutsche Kriegstote 4 Gefallene der k.u.k. Österr.-Ung. ArmeeErster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Pierrepont wurde im Herbst 1914 von der deutschen Truppe für die Toten aus der Zeit des deutschen Vormarsches - insbesondere der Grenz-schlacht zwischen dem 22. und 25. August 1914 - angelegt. Pierrepont wurde Etappen- und Lazarettort und blieb dies bis zum Kriegsende. Dementsprechend fanden laufend weitere Beisetzungen statt, vor allem während der Schlacht um Verdun im Frühjahr und Sommer 1916, als in zunehmender Zahl Schwerverwundete in die Lazarette eingeliefert wurden, die hier ihren Wunden erlagen.1917 gab es mit Beginn der französischen Offensive im September erneut einen stärkeren Zustrom von Schwerverwundeten, ebenso im Herbst 1918 als Folge der Rückzugs- und Abwehrkämpfe. Nach Kriegsende betteten die französischen Militärbehörden weitere deutsche Gefallene, die in umliegenden Ortschaften ein provisorisches Grab gefunden hatten, auf dem Friedhof ein. Die heute hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Westpreußen, Posen, Schlesien, Brandenburg, Württemberg, Ostpreußen, Sachsen, Westfalen, Hessen, Bayern und Baden lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahre 1929 aufgrund einer 1926 getroffenen Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden aus. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung des gesamten Areals erfolgte der Bau eines neuen Einganges mit geschmiedetem Tor, die Restaurierung der noch aus der Kriegszeit stammenden Denkmäler und - ab 1976 - der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten der hier Ruhenden. Von den 3 017 Gefallenen ruhen 1 084 in Einzelgräbern; einer blieb namenlos. In dem Gemeinschaftsgrab mit 1 933 Opfern blieben 1 737 ohne Namen.

Die drei Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.