Petershagen-Ilvese-Kriegsgräberstätte Am Seeberg

Deutschland
Gesamtbelegung: 50
52°27'10.327"N;9°1'54.283"E
Der Friedhof entstand auf dem Gelände des Mühlenbesitzers Schnöder, der einen Teil seines Bergwaldes, der eigentlich als Familienbegräbnisstätte dienen sollte, unentgeltlich für die dauernde Ruhestätte von Kriegstoten zur Verfügung stellte.


Die ersten Toten, die dort beigesetzt wurden, waren 4 deutsche Soldaten - ein Leutnant und drei Mann - einer Panzerabwehreinheit, die in den Vormittagsstunden des 7. April 1945 den Auftrag hatten, den Vormarsch feindlicher Panzer von Süden her aufzuhalten. Sie standen auf verlorenem Posten und fielen. Bis zum Kriegsende wurden weitere Tote zugebettet.

Bereits im Fühjahr 1948 erwog man, den Friedhof als bleibende Ehrenanlage herzurichten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, seinerzeit Bezirksverband Minden, nahm sich der Angelegenheit an und beauftragte Gartenbaudirektor Lindemann aus Minden-Frille mit der Gestaltung.

Im Zuge der Herrichtung der Ehrenanlage wurden Gefallene aus Feldgräbern umliegender Orte nach Ilvese überführt, u.a. drei unbekannte Soldaten, die am 6. April 1945 in einem Tiger-Panzer in Bierde verbrannten, der Spanier Fernande Alanso und der 16-jährige Martin Fossenberger, der bei einem Luftangriff in Minden am 11. Dezember 1944 umkam. Hinzu kamen zwei Matrosen, Männer des Reichsarbeitsdienstes (RAD), die in Wietersheim fielen, unbekannte Flieger, die über Schlüsselburg abgeschossen worden waren und zwei Soldaten, die ihrem Leben selbst ein Ende bereiteten. Die Kriegstoten kamen aus vielen Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches: aus Sachsen, Thüringen, Berlin, Brandenburg, Pommern, Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland. Zwei italienische Gefallene, die in Ilvese bestattet waren, wurden unmittelbar nach dem Krieg in die Heimat überführt.

Heute ruhen 50 deutsche Kriegstote des Zweiten Weltkrieges am "Seeberg", 37 sind namentlich bekannt, 13 blieben unbekannt. Kreuze aus Obernkirchener Sandstein kennzeichnen die Gräber. Zwei Gedenktafeln mit Namen der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg, die an einem alten, inzwischen abgerissenen Ehrenmal angebracht waren, wurden in die Gestaltung einbezogen.

Die Ehrenanlage "Am Seeberg" wurde 1950 eingeweiht.