Parcy-et-Tigny

Frankreich
Gesamtbelegung: 4256
49°15'51.46''N; 3°20'55.49''E
Département Aisne 4256 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Parcy-Tigny, in der Nähe der D1 Soissons-Chateau-Thierry gelegen, wurde im Jahre 1921 von den französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für deutsche Kriegstote angelegt. Er ist in den Jahren 1923 - 1925 durch die Zubettungen von Toten aus mehr als 150 Gemeindebezirken, wo sie zum Teil in Feldgräbern oder kleinen Grabstätten provisorisch bestattet worden waren, wesentlich erweitert worden. Eine kleinere Anzahl der hier Ruhenden starb im Herbst 1914 bis zum Februar 1915 bei der Abwehr der Alliierten nach dem Rückzug von der Marne. Die zweite größere Gruppe verlor ihr Leben bei der Abwehr der französischen Großoffensive im April 1917, deren Misslingen zu einer schweren moralischen Krise und zu Auflösungserscheinungen in der französischen Armee führte. Fast die Hälfte sind jedoch Gefallene des Jahres 1918. Hohe Verluste forderte zunächst die deutsche Offensive im Mai 1918, in deren Verlauf die Deutschen erneut die Marne erreichten und stellenweise überschritten. Der alliierte Gegenschlag, an dem erstmals auch amerikanische Truppen beteiligt waren, forderte im Juli und August weitere Opfer, bis das Gebiet zwischen Ende September und Anfang Oktober 1918 von den Deutschen nach und nach geräumt wurde. Die Toten gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in fast allen preußischen Provinzen sowie in den Ländern Mecklenburg, Sachsen, Anhalt, Thüringen, Hessen, Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hessen, Bayern und den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck lagen. Besonders viele der Gefallenen waren in Baden beheimatet.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1932 aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Es erfolgten umfangreiche Baum- und Heckenpflanzungen, die Begrünung der Gräberfläche, die Einfassung des Gemeinschaftsgrabes durch niedrige Mauern, sowie die Gestaltung des Eingangs mit geschmiedetem Tor und anschließenden Flügelmauern aus Naturstein. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Neben einer landschaftsgärtnerischen Überarbeitung in den Jahren 1975-1977 erfolgte ab 1975 der




Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten freiwillige Helfer eines Jugendlagers des Volksbundes. Den Transport der Fundamente übernahm die Bundeswehr und leistete damit, ebenso wie die Jugendlichen, eine bedeutende Unterstützung der Arbeit des Volksbundes. Von den 4 256 Gefallenen ruhen 2 132 in Einzelgräbern; 70 blieben ohne Namen. In den beiden Gemeinschaftsgräbern mit 2 124 Opfern blieben 1 712 namenlos.

Die Gräber der vier Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.

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