Nantillois

Frankreich
Gesamtbelegung: 918
49°19'06.86''N; 5°07'30.83''E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 918 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Département Meuse,


Der deutsche Soldatenfriedhof Nantillois wurde Anfang März 1916 von der eigenen Truppe angelegt, als die deutschen Angriffe auf Verdun auch auf das Westufer der Maas ausgedehnt wurden. In der gegenüber dem Friedhof gelegenen Ferme Madelaine richteten sich bei Beginn der Schlacht mehrere Lazarette ein. Die hier verstorbenen Schwerverwundeten fanden am Waldrand ihre letzte Ruhestätte. Hinzu kamen die Gefallenen von der abgelösten Truppe aus dem Kampfgebiet "Höhe 304" und "Toter Mann". So ruhen hier u.a. 179 Gefallene des Inf.Regt. 15, 325 Gefallene des Res.Inf.Regt.109 sowie Gefallene von 5 weiteren Regimentern. Die Beisetzungen endeten mit dem
Rückzug der deutschen Truppen im Oktober 1918 auf Stellungen am Ostufer der Maas. Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Schlesien, Westpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Westfalen, Baden, Bayern und im Rheinland lagen.



Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Die Mittel stellten ehemalige Angehörige der 54. Inf.Div., die die Patenschaft für den Friedhof übernahmen, als Spende zur Verfügung. Damit konnten ein Hochkreuz aus Naturstein als zentrales Mal sowie ein Regendach errichtet werden. Ferner erfolgte die Pflanzung zahlreicher Bäume und die Gestaltung des Eingangsbereiches mit Tor und Natursteinmauern sowie die Begrünung der Gräberfläche. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb jedoch infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.


Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1974 folgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die zugehörigen 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte, versetzten wiederum jugendliche Helfer des Volksbundes. Von den 918 Gefallenen ruhen 888 in Einzelgräbern; 29 blieben namenlos. In dem Gemeinschaftsgrab mit 30 Opfern sind nur zwei namentlich bekannt.


Die beiden Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."
2. (unten) "Möge seine Seele
eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."


Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.