Nampcel

Frankreich
Gesamtbelegung: 12504
49°28'48"N; 3°05'01"E
Département Oise 11499 deutsche Kriegstote, hierunter sind mind. 6 Gefallene der k.u.k. Österr.-Ung. Armee, Erster Weltkrieg und 5 deutsche Kriegstote Zweiter Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Nampcel wurde im Jahre 1919 von den französischen Militärbehörden zunächst als deutsch-französischer Sammelfriedhof angelegt. 1922 erfolgte die Umbettung der französischen Toten und anschließend die Zusammenbettung deutscher Toter aus mehr als 100 Gemeindebereichen in einem Umkreis von über 35 Kilometern. In diesem Gebiet waren die Gefallenen während der Kämpfe nur provisorisch in Feldgräbern oder auf Gemeindefriedhöfen beigesetzt worden. Nampcel und der Einzugsraum des Friedhofs gehörten zu den Gebieten, die im ersten wie im letzten Kriegsjahr besonders heftig umkämpft wurden. Daher ruhen auf dem Friedhof die Angehörigen von nicht weniger als 69 Infanterie- und 19 Artillerieregimentern, darunter des 1., 3. und 5. preußische Garderegiments zu Fuß. Besonders viele Gefallene gehörten dem Inf.Reg. "Bremen" (1. Hanseat.) Nr. 75 an, die am 20. und 21. September 1914 bei der Abwehr eines französischen Umfassungsversuches starben, als die deutschen Truppen nach der Marneschlacht und dem Rückzug auf Oise und Aisne versuchten eine neue Front aufzubauen. Dann blieb es in diesem Frontabschnitt, von Gefechten im Juni 1915 abgesehen, bis März 1917 relativ ruhig. Mitte März zogen sich die deutschen Truppen auf die sogenannte "Siegfried-Stellung" zurück - Nampcel und Umgebung wurden französische Etappe.
Die Mehrzahl der hier Bestatteten starb jedoch im Verlauf der großen Schlachten und zahlreichen Gefechte in der Zeit vom Frühjahr bis Herbst 1918. Besonders zu erwähnen sind der deutsche Angriff am 21. März in Richtung Amiens, der deutsche Angriff zwischen Reims und Soissons Ende Mai und der Angriff zwischen Noyon und Soissons am 30. Mai 1918 sowie die alliierte Gegenoffensive, erstmals mit massiver amerikanischer Unterstützung, die am 18. Juli begann und Ende September mit einem verlustreichen Rückzug der deutschen Truppen in diesem Gebiet endete.
Die in Nampcel Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Oldenburg, Westfalen, Württemberg, Bayern, Hessen, Elsaß-Lothringen, im Rheinland sowie den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Instandsetzungsarbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 getroffenen Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden ab 1930 aus. Das Gelände erhielt eine Hecke als Einfriedung, Bäume und Büsche wurden gepflanzt, Wege und Grabfläche begrünt und ein Eingang mit geschmiedetem Tor und Flügelmauern gestaltet. Die vier Gemeinschaftsgräber bekamen Einfassungen in Naturstein und je ein Hochkreuz aus Holz. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.
Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Außer einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung, an der auch zahlreiche jugendliche freiwillige Helfer aus Bremen beteiligt waren, erfolgte im Jahre 1973 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Auch die 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten die jugendlichen Helfer aus Bremen. Den Transport der Betonfundamente übernahm die Bundeswehr, die damit - ebenso wie die Jugendlichen - den Volksbund eindrucksvoll in der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützte.

Von den 11 499 Gefallenen ruhen 6 631 in Einzelgräbern; 94 blieben ohne Namen. In den vier Gemeinschaftsgräbern mit 5 868 Opfern sind nur 933 namentlich bekannt.

Die Gräber der 21 Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

PflegeDer Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.

Pate dieses Friedhofes ist der Volksbund, Landesverband Bremen

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