München, Waldfriedhof

Wegbeschreibung

Die Kriegsgräberstätte im Stadtteil Hadern im Südwesten von München, nahe dem Großklinikum, ist nur durch die Tischlerstraße vom Neuen Waldfriedhof getrennt und in eine 100 Meter breite und 150 Meter tiefe Waldlichtung eingebettet. Im Erweiterungsgelände des Waldfriedhofes wurde ein geschlossener Ehrenfriedhof errichtet (Eingang von der Tischlerstraße aus).

Gesamtbelegung: 3541 Tote

Deutschland

Nordfriedhof - Ehrenhain für Luftkriegsopfer Kriegstote: 2.099 Der Luftkrieg forderte in München 6.500 Todesopfer. Soweit nicht Bestattungen in Familiengräbern stattfanden, wurden die Toten im Nordfriedhof, im Friedhof am Perlacher Forst oder in den Friedhöfen Pasing und Aubing in besonderen Gräberfeldern beigesetzt. Die Anlage im Nordfriedhof besteht seit 1943, eine Neugestaltung erfolgte 1959, die letzten Zubettungen wurden im Jahre 1963 durchgeführt. Friedhof am Perlacher Forst DP-Grabanlage (DP - Displaced Persons) Kriegstote: 1.122 Während des Zweiten Weltkrieges und später verstarben in München viele Ausländer, die zwangsweise als Arbeitskräfte in besetzten Feindländern zum Arbeitseinsatz verpflichtet wurden. Ihre Beisetzung erfolgte auf verschiedenen Friedhöfen in “Reihengräbern”, für die es keine Benützungsrechte und damit keine Möglichkeit zur weiteren Erhaltung gab. Deshalb erfolgte 1960 die Zusammenbettung im Friedhof am Perlacher Forst. Hier ruhen 1.122 Tote aus zwölf Nationen. KZ Ehrenhain I und ll Opfer der Gewaltherrschaft: 4.090 Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich in den Kellerräumen des Krematoriums im Ostfriedhof fast 4.000 Urnen. Sie stammten zumeist aus dem KZ Dachau, aber auch aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg sowie aus Fürstenberg, Grafeneck, Hartheim, Sonnenstein und Steyr, wo die “Euthanasie” an den Opfern vollzogen wurde. Der Teil ll des KZ-Ehrenhains entstand 1954. Hierher wurden die Gebeine von 94 Toten überführt, die aus politischen Gründen im Gefängnis Stadelheim ihr Leben lassen mussten. Waldfriedhof Kriegstote: 3.542, davon 343 ausländische Gefallene aus 18 Nationen Die Kriegsgräberstätte am Waldfriedhof wurde in den Jahren 1960/64 geschaffen. Eine architektonische Besonderheit ist die Gedenkhalle. Sie besteht aus einem weißen, hochaufragenden Dreieck aus Beton - eine schmale, 13 m hohe Scheibe aus mehr als 1 800 einzelnen Prismen, in denen sich vormittags das Sonnenlicht bricht, schließt sie an der Frontseite ab. In der Gräberanlage ruhen 1 778 Soldaten des Ersten Weltkrieges und des 2. Weltkrieges. Bei letzteren handelt es sich nicht nur um Soldaten oder Kriegsgefangene, sondern auch um Zivilpersonen, die zum Arbeitseinsatz in Deutschland verpflichtet worden waren. lm zivilen Teil des Waldfriedhofs befindet sich ein Gräberfeld für 3.250 Italiener. Für die in Kriegsgefangenschaft verstorbenen italienischen Soldaten wurde 1922 im Waldfriedhof in den Gräberfeldern 237, 238 und 239 eine gemeinsame Grabanlage geschaffen und ein Obelisk errichtet. Als Folge des Zweiten Weltkrieges gab es in den Münchener Friedhöfen zahlreiche Gräber von italienischen Staatsangehörigen. Alle wurden in den neuen Teil des Waldfriedhofes zusammengelegt.

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