Morhange

Frankreich
Gesamtbelegung: 4753
48°56'31"N; 06°39'50"E
Département Moselle


4753 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg

Der deutsche Soldatenfriedhof Morhange wurde von der deutschen Militärverwaltung im August 1914 während der "Schlacht in Lothringen" als Teil des damaligen deutschen Garnisonfriedhofes angelegt. Im Verlauf des Krieges stieg die Zahl der Toten auf etwa 250 an. Nach Kriegsende exhumierten die französischen Militärbehörden die französischen Kriegstoten und überführten diese auf einen eigenen Friedhof. Anschließend erfolgte eine weiträumige Zusammenlegung deutscher Kriegstoter aus den Bereichen von 89 Gemeinden oder Ortsteilen. Hier waren sie im Verlauf der Kämpfe in der Zeit vom 20. - 23. August und Anfang September oft an der Stelle ihres Todes provisorisch beigesetzt worden. Hinzu kamen Gefallene aus den Stellungskämpfen der Jahre 1915-18 und in den Lazaretten Verstorbene. Der größte Teil der hier Ruhenden gehörte Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Bayern lagen. Aber auch Angehörige von Einheiten aus Thüringen, Brandenburg, Elsaß, Lothringen, Schlesien, Westpreußen, Kurhessen, Mecklenburg und Schleswig-Holstein sowie Hannover und Braunschweig sind hier begraben.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Es wurden Bäume und Sträucher gepflanzt, ein neuer Eingang mit einem schmiedeeisernen Tor zwischen massiven Natursteinpfeilern angelegt und die Gemeinschaftsgräber mit einer Natursteinmauer eingefasst. Schließlich erfolgte die Begrünung der Gräberfläche. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen. Jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits gärtnerische Vorarbeiten geleistet. Im Jahre 1972 konnten die bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden ausgetauscht werden. Auch hier wirkten jugendliche Helfer mit. Sie versetzten die 35 Kilogramm schweren Betonfundamente für die Metallkreuze. Den Transport hatte die Bundeswehr übernommen. Anschließend folgte eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung. Als zentrales Mal wurde ein Hochkreuz aus geschmiedetem Stahl errichtet. Die Namen der in den Gemeinschaftsgräbern ruhenden bekannten Toten sind auf Metalltafeln, auf der Umrandung festgehalten.
Von den 1965 Gefallenen in Einzelgräbern blieb ein Toter namenlos. In den zwei Gemeinschaftsgräbern mit 2788 Kriegstoten blieben 72 unbekannt.

Die fünf Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege: Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.

🍪 Cookie Einstellungen

Erforderlich

Diese Cookies sind für den Betrieb der Webseite zwingend erforderlich. Hier werden bspw. Ihre Cookie Einstellungen gespeichert.

Statistik

Wir verwenden Google Statistik Cookies um zu verstehen, wie Sie mit unserer Webseite interagieren.