Montaigu I

Département Aisne 7193 deutsche Kriegstote des Ersten Weltkrieges


Der deutsche Soldatenfriedhof Montaigu I wurde während des Krieges von der deutschen Truppe angelegt. Er nahm vorwiegend Gefallene aus dem östlichen Abschnitt des Chemin-des-Dames auf.
Nach Kriegsende erweiterten die französischen Militärbehörden den Friedhof durch Zubettung deutscher Toter aus dem Bereich von 60 Gemeinden und Ortsteilen, darunter Mauregny (über 1000 Gef.) Concy-les-Eppes (über 500 Gef.) Berrieux (600 Gef.) u.a.m., - alle Opfer der heftigen Kämpfe um den Besitz des Chemin-des-Dames, der wie ein Sperriegel den alliierten Angriffen von Herbst 1914 bis Frühjahr 1915, und im April/Mai 1917 widerstand. Auch der deutsche Angriff Ende Mai 1918 und die Abwehrkämpfe von September bis Oktober 1918 forderten erneut hohe Verluste.

Die in Montaigu I Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatstandorte in fast allen Ländern und Provinzen des damaligen Deutschen Reiches lagen. An den Kämpfen des Jahres 1918 waren vor allem Truppen aus Brandenburg, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Westpreußen und Württemberg beteiligt.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 1933 aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Diese betrafen vor allem die Bepflanzung des Gräberfeldes mit Birken und Kiefern, die Gestaltung des Gemeinschaftsgrabes und die Errichtung einer Gedenkhalle in rotem Vogesensandstein, die aber nur im Rohbau fertiggestellt werden konnte. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen.
Bereits 1965 war mit einer Sondergenehmigung die gesamte Friedhofsfläche begrünt worden. Der weitere Ausbau - Fertigstellung der Gedenkhalle, Überarbeitung von Bäumen und Sträuchern, Errichten eines Einganges - erfolgte von 1974 - 1977. Ab 1975 konnten die provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden ausgetauscht werden.


Die von der Bundeswehr antransportierten 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten freiwillige Helfer der Jugendlager des Volksbundes und unterstützten damit, ebenso wie die Soldaten der Bundeswehr, den Volksbund eindrucksvoll bei der Erfüllung seiner Aufgaben.
Von den 7 193 Gefallenen ruhen 5 403 in Einzelgräbern; 12 blieben ohne Namen.

In dem Gemeinschaftsgrab mit 1 790 Opfern sind nur 62 namentlich bekannt.

Die Gräber der 17 Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.