Merles-sur-Loison

Frankreich
Gesamtbelegung: 1499
49°22'52.79''N; 5°28'40.08''E
Département Meuse, 1 499 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg.

Der deutsche Soldatenfriedhof Merles wurde Ende August 1914 von der eigenen Truppe nach den Vormarschkämpfen, die auch dieses Gebiet in Mitleidenschaft zogen, angelegt. Im September 1914 nahmen die in Merles eingerichteten Lazarette die Verwundeten und Kranken der vor Verdun operierenden Truppenteile auf. Die hier Verstorbenen wurden ebenfalls auf einem Gelände neben dem Gemeindefriedhof beigesetzt. Nach einer Phase der Ruhe stiegen die Belegungszahlen mit Beginn des deutschen Angriffs auf Verdun am 21. Februar 1916 stark an. Es sind fast ausschließlich Angehörige der 21. und 25. Inf. Div., die in Merles begraben wurden. Hohe Verluste verursachte im August und September 1917 eine französische Gegenoffensive. Dementsprechend stieg die Zahl der Beisetzungen erneut. Hierbei handelt es sich fast nur um Tote hessischer Truppenteile. In Etappen- und Sanitätseinheiten dienende Künstler, wie Bildhauer und Steinmetze, schufen noch während des Krieges zwei Denkmale, die bis heute erhalten geblieben sind. In den letzten Kriegswochen im September und Oktober 1918 kamen weitere Gräber hinzu, als Franzosen und Amerikaner beiderseits der Maas den vergeblichen Versuch unternahmen, die deutsche Front zu durchbrechen.

Die französische Militärverwaltung bettete nach Kriegsende deutsche Gefallene, die in einer Nachbargemeinde begraben worden waren, in Merles zu. Die heute hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Hessen, aber auch in Schlesien, Brandenburg, Hannover, Westfalen, Ost- und Westpreußen, Baden und Bayern lagen.



Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Diese beschränkte sich auf gärtnerische Arbeiten und ergänzende Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Freiwillige Jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. Im Jahre 1978 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Ein Jahr vorher versetzten jugendliche Helfer die zugehörigen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte, an den Gräbern. 1302 Gefallene ruhen in Einzelgräbern. Von ihnen blieben 19 unbekannt. Von den 197 Toten im Gemeinschaftsgrab sind nur 13 namentlich bekannt. Die vier Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:

1. (oben): "Hier ruht begraben... ."

2. (unten): "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."Umfangreiche Pflanzungen von Bäumen, Stauden und Gebüsch schlossen sich an. Es folgten die Gestaltung des Einganges mit geschmiedetem Tor und Flügelmauern, die Restaurierung der Denkmale und die Begrünung der Gräberflächen. Schließlich wurde ein neuer Zaun mit Hecke als äußere Abgrenzung gesetzt.Pflege:

Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes betreut.

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