Deutschland

Meersburg-Lerchenberg

Inmitten von Weinbergen liegt die Kriegsgräber- und Gedenkstätte am Bodensee am Höhenweg – auch Panoramaweg genannt – zwischen Meersburg und Hagnau. Dort ruhen deutsche Tote des Ersten Weltkrieges.

Friedhofsbeschreibung

Den Friedhof umgibt eine Natursteinmauer. Eine Tafel im Eingangsbereich informiert über die Geschichte der Anlage. Der Weg zur Begräbnis- und Gedenkstätte, die eine Kalksteinmauer begrenzt, ist mit Platten aus Eisentuff belegt. Stufen führen hinunter zu einem zweiflügeligen Tor aus Bronze. Auf dem linken Flügel ist der "Acker des Lebens" dargestellt, symbolisiert durch Ackerfurchen. Auf dem rechten Torflügel ist der "Acker des Todes" zu sehen, versinnbildlicht durch ein mit Kreuzen bestandenes Schlachtfeld. Das mit Steinplatten belegte Gräberfeld befindet sich in der Mitte der Gedenkstätte. In sieben Reihen angeordnete Grabplatten sind – reliefartig – mit einem Kreuz sowie mit Namen und Daten der hier Bestatteten versehen. Vom Gräberfeld aus fällt der Blick auf das elf Meter hohe Hochkreuz, zu dem Treppenstufen hinaufführen.

In der Mitte der Treppe steht auf einem Steinpodest die Bronzeskulptur "Dornenkrone". Die das Gräberfeld umgebende Mauern aus Muschelkalk trägt einen bronzenen Fries mit den Namen der 77 Länder, in denen deutsche Soldaten in den Weltkriegen ihr Leben verloren oder in denen sie vermisst sind.

Belegung

1937/38 begann auf dem Lerchenberg der Bau einer Totenburg für 69 deutsche Soldaten, die im Ersten Weltkrieg beim Austausch von Kriegsgefangenen und Schwerversehrten auf dem Transport durch die Schweiz verstorben und dort beerdigt worden waren. Das in den Versailler Friedensverträgen festgelegte Ruherecht für Kriegstote erlosch jedoch in der neutralen Schweiz nach 20 Jahren. Die Gebeine wurden darum exhumiert, im Dezember 1938 auf den Lerchenberg überführt und in der noch unfertigen Totenburg beigesetzt.

Historie

1942 mussten die Bauarbeiten an dem Monument mangels Geld eingestellt werden – zurück blieb eine Bauruine. Als die Arbeiten 1962 wiederaufgenommenen wurden, verschwanden die Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus, erhielt die Anlage ihr heutiges Aussehen. Planung und Gestaltung oblag ortsansässigen Architekten und Künstlern. Am 20. September 1964 weihte der Volksbund die Kriegsgräber- und Gedenkstätte ein, die der Landesverband Baden-Württemberg pflegt.

Die Geschichte des Lerchenbergs spiegelt den fundamentalen Wandel des Gedenkens an die Kriegstoten der vergangenen 100 Jahre wider: von der Heldenverehrung bis 1945 hin zum mahnenden Gedenken in einer freiheitlichen Demokratie.

Besonderheit

Die Kriegsgräberstätte Meersburg-Lerchenberg wurde 1964 auch den zwei Millionen Vermissten der beiden Weltkriege gewidmet sowie all jenen Kriegstoten, deren Gräber auch in den folgenden Jahrzehnten weltweit unerreichbar waren.