Maizeray

Frankreich
Gesamtbelegung: 2876
49°06'13.52''N; 5°41'47.81''E
Département Meuse; 2.876 deutsche Kriegstote, Erster Weltkrieg


Unter den Toten befinden sich eine Krankenschwester sowie drei Soldaten der k.u.k. Österr.-Ung.Armee. Der deutsche Soldatenfriedhof Maizeray wurde von den französischen Militärbehörden nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Sammelfriedhof für deutsche Gefallene angelegt, die zu diesem Zeitpunkt noch verstreut im Bereich von 60 umliegenden Gemeinden und Ortsteilen in bis zu 20 Kilometer Entfernung in provisorischen Gräbern lagen oder bei Rekultivierungsarbeiten in den verlassenen Kampfgebieten gefunden wurden. Die Toten gehörten, dem enormen Verschleiß während der großen Schlachten entsprechend, nicht weniger als 39 verschiedenen Inf. Div. an, wobei es sich vorwiegend um ältere Gefallene handelt, die in 9 Landwehr-Div. ihren Dienst geleistet hatten. Die österr.-ung. Soldaten dienten in der k.u.k. 35. Inf. Div., die im Spätsommer 1918 mit 3 weiteren Inf.Div. zur Unterstützung des deutschen Heeres an die Westfront entsandt worden waren. Der Artillerist war bereits seit Frühjahr 1918 im Westen im Einsatz.



Die hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen im Rheinland und Westfalen, aber auch solchen, die in Bayern, Württemberg, Baden, Sachsen, Thüringen, Westpreußen, Mecklenburg, Posen Schlesien, Brandenburg, Kurhessen und Berlin (Garde) lagen.


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen


Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Im Frühjahr wurden bereits 258 Platanen gepflanzt. Das Gemeinschaftsgrab erhielt eine Einfassung aus Naturstein mit Gedenkstein. Die Einfriedgung des gesamten Geländes mit Zaun und Hecke schloss sich an. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb jedoch infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.


Endgültige Gestaltung


Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. 1972 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Vorher hatten jugendliche Helfer die zugehörigen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernahm, an den Gräbern versetzt.


Von den 2.876 Gefallenen ruhen 2.367 in Einzelgräbern; einer blieb namenlos. In dem Gemeinschaftsgrab mit 540 Opfern blieben 446 ohne Namen.


Die sieben Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren hebräische Schriftzeichen besagen:


1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."


2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden.


Eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung schloss sich an. So wurde eine Stützmauer mit Eingang und Treppe aus Naturstein zur höher gelegenen Straße hin errichtet. Gleichzeitig erfolgte der Bau eines Parkplatzes. Schließlich folgten ergänzende Pflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Hecken sowie die Begrünung der Gräberfläche.


Pflege:


Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.