Maissemy

Frankreich
Gesamtbelegung: 30481
49°54'29.94"N; 3°11'23.32"E
Département Aisne

30.481 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof wurde 1924 von den französischen Militärbehörden angelegt. Er ist die zweitgrößte deutsche Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges (die größte ist Neuville-St.Vaast bei Arras mit 44.833 Toten). Er entstand infolge der Zusammenlegung deutscher Gefallener aus den Bereichen von 124 Gemeinden und aus provisorischen, während der Kämpfe angelegten Grabstätten im Umkreis von etwa 30 Kilometern.

Die Toten gehörten Truppenteilen aus allen Ländern und Provinzen des Reiches an. Die Mehrzahl der Opfer verlor ihr Leben während der drei Somme-Schlachten, wobei jeweils fast die Hälfte der hier Ruhenden den Kämpfen von Ende Juni bis November 1916 und der "Großen Schlacht in Frankreich" im Frühjahr und Sommer 1918 zum Opfer fiel.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1929 aufgrund einer Vereinbarung mit den zuständigen französischen Militärbehörden aus. Mehrere Hundert Bäume und Sträucher wurden gepflanzt und die kahlen Gräberfelder mit mehr als 70.000 Lavendelpflanzen begrünt. Die Gemeinschaftsgräber erhielten Steineinfassungen und eine Abdeckung mit 8.000 Wildrosen. Es entstand ein neuer Eingang nebst Umfassungsmauern an der Straßenfront und ein Mittelweg. Er ist links und rechts von großen Steinplatten flankiert. In die Oberflächen sind in kunstvoller Bleiintarsienarbeit Namen und Wappen der Städte aus dem Ruhrgebiet eingelassen, die eine Patenschaft für den Friedhof übernommen hatten.
1934/35 errichtete der Volksbund in der Mitte des Friedhofes zwischen den beiden großen Gemeinschaftsgräbern eine Gedenkhalle aus goldgelbem Darchinger Tuff, einem in Bayern gebrochenen Stein. Die Durchlässe sind mit schweren kunstvoll geschmiedeten Bronzegittern verschlossen. Im Inneren befindet sich ein Bronzesarkophag mit einem Engelfries. Darüber wölbt sich eine Mosaikdecke, für die über 340.000 Steinchen Verwendung fanden.

Die Gedenkhalle wurde am 12. Juli 1935 eingeweiht.

Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst noch ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen.
Ab 1964 haben Teilnehmer an Jugendlagern des Volksbundes aus Nordrhein-Westfalen die Gräberfläche planiert und begrünt. Ab 1972 erfolgte der Austausch der provisorischen Holzgrabzeichen gegen dauerhafte Kreuze aus belgischem Granit, in die Namen und Daten der Toten eingraviert sind.
Von den 30.481 Gefallenen ruhen 15.481 in Einzelgräbern; 75 blieben unbekannt.

In den beiden Gemeinschaftsgräbern sind 15 000 Opfer bestattet; nur 967 sind namentlich bekannt.

Die Gräber Gefallener jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Die Umfassungsmauern der beiden Gemeinschaftsgräber wurden einschließlich Fundamenten völlig erneuert. Auf ihrem Rand sind die Namen der Toten, soweit diese feststellbar waren, auf gegossenen Metalltafeln festgehalten. Ferner erfolgte eine grundlegende landschaftsgärtnerische Überarbeitung, die sich im wesentlichen auf den Bestand an Büschen und Bäumen -von denen ein Teil erneuert werden musste - und die Grünflächen des Friedhofgeländes erstreckte. Zu dem endgültigen Ausbau der Anlage trugen die Ruhrstädte, wie bereits zwischen den Kriegen, durch namhafte finanzielle Zuwendungen bei.

Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.