Auf der Kriegsgräberstätte Loivre sind deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges bestattet.
Belegung
Der Raum östlich von Paris – zwischen Reims und Verdun – war während des gesamten Ersten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe, die auf beiden Seiten immense Verluste verursachten. Die Gräberstätte Loivre ließen die französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für deutsche Kriegstote anlegen, die während der Kampfhandlungen westlich des Ortes sowie zwischen Berry-au-Bac und Reims gestorben waren.
Mehr als 2.200 Kriegstote ruhen in Einzel- und Gruppengräbern, 120 von ihnen sind unbekannt. Unter den fast 2.000 in zwei Gemeinschaftsgräbern Beigesetzten sind 900 namenlos. Sieben Stelen aus Naturstein kennzeichnen – anstatt Kreuzen – die Grablagen von Soldaten jüdischen Glaubens.
Historie
Eine mit den französischen Stellen getroffene Vereinbarung von 1926 erlaubte dem Volksbund erste Arbeiten auf der Kriegsgräberstätte. Er pflanzte Schwarzkiefern und setzt eine Hecke aus Wildrosen. Die Gemeinschaftsgräber erhielten eine Einfassung aus Naturstein. Ein neuer Eingang mit schmiedeeisernem Tor entstand und ein Denkmal wurde errichtet. Das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb allerdings ungelöst – erst mangels Devisen, später wegen des Zweiten Weltkrieges.
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 begann der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – finanziell unterstützt von der Bundesregierung – mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich. Schon 1960 hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Jugendlagers um die Kriegsgräberstätte Loivre einen Zaun gesetzt, war das Gelände begrünt und eine Hecke gepflanzt worden. 1976 wichen die Holzgrabzeichen Kreuzen aus Metallguss mit Namen und Daten der Bestatteten. Jugendliche setzten dafür 35 Kilo schwere Betonfundamente, die die Bundeswehr angeliefert hatte.
Den Friedhof bei Loivre betreut der Pflegedienst des Volksbundes.
Besonderheit
Der Dichter und Schriftsteller Hermann Löns nahm als Kriegsfreiwilliger am Feldzug gegen Frankreich teil. Er starb am 26. September 1914 bei Kämpfen in der Nähe von Loivre im Alter von 48 Jahren. 1919 wurden seine sterblichen Überreste auf einen Militärfriedhof umgebettet und – als der eingeebnet werden sollte – auf die Gräberstätte Loivre überführt. Doch auch das dortige Gemeinschaftsgrab war nicht die letzte Ruhestätte: Das nationalsozialistische Regime, das den Werken des nationalkonservativen "Heidedichters" Löns eine große Bedeutung zumaß, veranlasste die Überführung seiner Gebeine – die angeblich 1933 mit der Erkennungsmarke aus einem Acker geborgen worden waren – in die Lüneburger Heide. Am 2. August 1935 wurden sie in Tietlingen bei Walsrode endgültig beigesetzt.