Loivre

Frankreich
Gesamtbelegung: 4154
49°21'59"N; 03°57'53"E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 4.154 deutsche Kriegstote des I. Weltkrieges.

Département Marne


Der deutsche Soldatenfriedhof Loivre wurde nach Kriegsende von den französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für deutsche Gefallene, aus den er Kämpfen westlich von Loivre sowie zwischen Berry-au-Bac und Reims angelegt. Auf dem Friedhof soll der Dichter und Schriftsteller Hermann Löns bestattet gewesen sein, der als 48-jähriger Kriegsfreiwilliger am 26. September 1914 bei Loivre gefallen ist. Seine sterblichen Überreste wurden auf Betreiben der NSDAP und auf Anordnung der Reichsregierung 1934 nach Deutschland überführt und von der Wehrmacht am 2. August 1935 im Tietlinger Forst, am Südrand der Lüneburger Heide, bestattet.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Schwarzkiefern und eine Wildrosenhecke wurden gesetzt sowie die Gemeinschaftsgräber mit Mauerwerk aus Naturstein eingefasst. Ferner wurden ein neuer Eingang mit schmiedeeisernem Tor und ein Denkmal geschaffen. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges beginnen.
Auf dem Friedhof wurde mit einer Ausnahmegenehmigung, unter Mithilfe junger Helfer eines Jugendlagers des Volksbundes, bereits 1960 die gesamte Friedhofsfläche neu begrünt, eine neue Hecke gepflanzt und ein Zaun errichtet. Im Jahre 1976 folgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die von der Bundeswehr transportierten 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente versetzten ebenfalls jugendliche Freiwillige.

Von den 4.154 Gefallenen ruhen 2.241 in Einzel- und Gruppengräbern; 120 blieben unbekannt.

In zwei Gemeinschaftsgräbern sind 1 913 Opfer bestattet. Von ihnen blieben 900 ohne Namen.

Die Gräber der sieben Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."2. (unten) "Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden."

Pflege:Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.