Lestene

Lettland
Gesamtbelegung: 11332
56°46'21.71"N; 23°8'14.92"E
Lettischer Soldatenfriedhof mit deutschen Kriegstoten

Nahe der Kirche von Lestene wurden im November 1944 etwa 200 Gefallene der 15. Waffen-Grenadier-Division beigesetzt, die in der sogenannten 2. Kurlandschaft fielen. Der Friedhof wurde in den Nachkriegsjahren teilweise durch Straßenbauarbeiten zerstört, die Kirche zu einem Getreidelagerraum umfunktioniert.

Der Friedhof Lestene ist eine lettische Kriegsgräberstätte auf der auch deutsche Soldaten ruhen.
Nach Wiedererlangung der lettischen Unabhängigkeit setzten sich vor allem die Veteranenverbände Lettlands gemeinsam mit dem Brüderfriedhöfekomitee für die Wiederherrichtung des Friedhofes sowie die Instandsetzung der Kirche ein. Es kam zur Bildung einer Initiativgruppe, die von der lettischen Regierung unterstützt wurde. Die Gelder für die Wiederherrichtung sollten durch staatliche Mittel sowie Spenden bereitgestellt werden. Vor allem durch die Spenden der im Ausland lebenden Letten wurde erreicht, dass mit den Arbeiten 1996 begonnen werden konnte.
Vorangegangen war eine Vereinbarung mit dem Volksbund, die beinhaltet, dass die lettische Seite auf vorher festgelegten Friedhöfen, Gefallene exhumieren und, soweit es sich um lettische Tote handelt, in Lestene einbetten darf. Diese seit 1997 laufenden Umbettungen werden vom Brüderfriedhöfekomitee durchgeführt und finanziert. Bislang wurden 380 Kriegstote eingebettet.
Für die Gestaltung der Anlage wurde 1997 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die lettischen Architekten E. Vecumnieks, B. Berzina und D. Berzins gewannen. Die Architekten haben auch die Projekte für die deutschen Soldatenfriedhöfe Riga-Beberbeki, Riga-Waldfriedhof und Valka ausgearbeitet. Am 05. November 2000 wurde das Denkmal "Heimat Mutter-Lettland" geweiht.
Geschaffen wurde die 5,50 m hohe Figur aus Granit von der Bildhauerin A. Dumpe.

Die Namen und Daten der eingebetteten Toten sind auf liegenden Pultsteinen (Granit) grablagebezogen genannt. Die Beschriftung erfolgt vertieft und in lettischer Sprache.
Auf 18 Schrifttafeln (Granit), die an der Innenseite der Friedhofsmauer angebracht wurden, sind die Namen aller lettischen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges verewigt.
Am 27. September 2003 wurde der Friedhof Lestene unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht. Die Anlage liegt in Obhut des lettischen Staates.