Ukraine - Landesinformation

Die Ukraine war bis 1991 Teil der UdSSR. Deshalb ist es schwierig, für diesen Bereich die tatsächliche Zahl der deutschen Kriegstoten zu ermitteln, da sich das zur Verfügung stehende Datenmaterial der damaligen deutschen Wehrmacht auf das gesamte Gebiet der ehemaligen Sowjetunion bezieht. Für etwa 1,88 Millionen Kriegstote liegen namentliche Todes- oder Grabmeldungen vor, jedoch nennen Schätzungen 2,2 Millionen Tote. Dazu sind etwa 118 000 Verlustorte registriert.


Durch die unerwartet große Anzahl noch aufzufindender Kriegsgefangenen- und Interniertenfriedhöfe musste man das Vorhaben, alle dieser Anlagen am jeweiligen Ort wieder herzustellen, aufgeben und sich dem Gedanken zuwenden, auch die Toten dieser Friedhöfe auf weniger große Sammelfriedhöfe zusammenzufassen.


In der Ukraine errichtete der Volksbund entsprechend seinem Planungskonzept fünf Sammelfriedhöfe für jeweils etwa 40 000 Gefallene. Die ehemaligen Soldatenfriedhöfe Shitomir-Hegewald, Saporoshje und Bronniki wurden erhalten. Auf den Sammelfriedhöfen Potelitsch und Charkow wird die Namenskennzeichnungen fortgeführt.

Die rechtliche Arbeitsgrundlage für den Volksbund besteht seit 1994 und hat ihren Ursprung in einer gemeinsamen Erklärung der Bundesrepublik Deutschland und der Ukraine, die anlässlich eines Besuches des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl verabschiedet wurde. Unter Punkt 14 heißt es: „Deutschland und die Ukraine stimmen darin überein, den Zugang zu Gräbern, ihre Erhaltung und Pflege zu erleichtern und jeweils der anderen Seite im Rahmen des Möglichen Gelegenheit zu geben, den Toten würdige und zum Frieden mahnende Gedenkstätten oder Friedhöfe zu errichten und sie unter den Schutz der Gesetze zu stellen. Sie werden die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen, die für die Pflege von Kriegsgräbern zuständig sind, auf der Grundlage eines Abkommens über die Kriegsgräberfürsorge unterstützen“. Dieses Kriegsgräberabkommen wurde am 29. Mai 1996 in Bonn unterzeichnet. In der Ukraine trat es am 15. Juni 1997 in Kraft. Für die Bundesrepublik Deutschland führt danach der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge diese Aufgabe aus.

Für die Ukraine ist es die Zwischenbehördliche Staatskommission zur Wahrung des Andenkens der Opfer des Krieges und politischer Repression. Innerhalb von nur vier Jahren konnte der Volksbund die fünf großen Sammelfriedhöfe bis Ende 1999 baulich fertigstellen und in seine Pflege und Obhut übernehmen. Die Bergung und Umbettung der Toten wird jedoch noch Jahre beanspruchen.

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