Lambersart

Frankreich
Gesamtbelegung: 5090
50°39'25.38"N; 3°1'11.88"E
Département Nord


5.090 deutsche Kriegstote
1 russischer Kriegstoter

Erster Weltkrieg


Der deutsche Soldatenfriedhof Lambersart wurde in den Jahren 1921 und 1922 von den französischen Militärbehörden angelegt und durch Zubettungen aus der Region - u.a. mehr als 500 Tote aus Gondecourt, mehr als 1.000 aus Lomme und 500 aus Roubaix - ständig vergrößert. Etwa 1.200 der hier Ruhenden erlitten den Tod bei den Kämpfen westlich von Lille im Oktober und Anfang November 1914, im November südlich Ypern und bei der Abwehr alliierter Angriffe im Dezember 1914. Mehr als 1.700 der Toten wurden Opfer des Stellungskrieges und insbesondere der Schlachten des Jahres 1917: der "Osterschlacht bei Arras" und der britischen Offensive in Flandern, die Anfang Juni 1917 begann und erst im Schlamm des Trichterfeldes Ende November zum Stillstand kam. Sie kostete sowohl Angreifern als auch Verteidigern unvorstellbare Verluste.Weitere mehr als 1.500 Opfer auf diesem Friedhof starben bei der deutschen Offensive im April 1918, dem nachfolgenden Stellungskrieg und den Abwehrkämpfen im August 1918. Unter den hier Bestatteten befinden sich in besonders hoher Zahl Angehörige ehem. Kgl.-sächsischer Truppenteile. Zahlreich ist auch der Anteil bayerischer Truppenteile. Darüber hinaus gehörten die Toten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in allen Provinzen Preußens sowie in Hessen, Baden, Württemberg und Elsaß-Lothringen lagen.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ab 1927 aufgrund einer 1926 mit den zuständigen französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.

Endgültige Gestaltung
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges vornehmen. Ein Hochkreuz aus Naturstein bildet jetzt den Mittelpunkt des Friedhofes, ein neuer Eingang wurde gestaltet und das ganze Friedhofsgelände einer grundlegenden landschaftsgärtnerischen Überarbeitung unterzogen. 1979 erfolgte der Austausch der bisherigen provisorischen Holzkreuze gegen Kreuze aus Metall mit erhaben eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Die Bundeswehr unterstützte den Volksbund u.a. durch den Antransport der für das Aufstellen der Metallkreuze erforderlichen 35 Kilogramm schweren Kreuzfundamente, die von Teilnehmern an den Jugendlagern des Volksbundes versetzt wurden.

Von den 5.090 Gefallenen ruhen 4.689 in Einzelgräbern; 186 blieben namenlos. In zwei Gemeinschaftsgräbern mit 401 Opfern blieben 316 ohne Namen.

Die 14 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Stele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:

1. (oben) "Hier ruht begraben... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."