Krasnodar-Apscheronsk

Der Friedhof im Gebiet Krasnodar/Russland, in den westlichen Ausläufern des Kaukasus, liegt zwölf Kilometer vom Ort Apscheronsk entfernt. Das landschaftlich sehr schön gelegene Grundstück befindet sich auf einer natürlichen Lichtung in Hanglage und ist auf drei Seiten mit Eichenmischwald eingefasst. Die Friedhofsfläche beträgt etwa 3,1 Hektar, hier können bis zu 30.000 Kriegstote bestattet werden. Die Kriegsgräberstätte Apscheronsk wird der einzig deutsche Sammelfriedhof für Gefallene des Zweiten Weltkrieges im Kaukasusgebiet und dem ehemaligen Kubanbrückenkopf sein. Deshalb wird dort in Form eines "Findlinggartens" mit Steinen aus allen Gebieten des Kaukasus ein besonderes Zeichen für die Vielfalt dieser Region gesetzt, in der seinerzeit so viele Menschen gewaltsam sterben mussten und die auch heute noch durch Kriegswirren und Terrorismus zerrissen ist.

Im Kampfgebiet zwischen Rostow am Don und dem Hochgebirge starben zwischen Sommer 1942 und Herbst 1943 etwa 130.000 deutsche Soldaten. Für den direkten Einzugsbereich des Friedhofs Apscheronsk rechnet der Volksbund mit 45.000 Gefallenen. Seit 2001 sind Volksbundmitarbeiter mit Schwerpunkt im Nordkaukasus und im Gebiet des ehemaligen Kubanbrückenkopfes tätig. Dort haben sie bisher über 300 Grablagen mit rund 50.000 Gefallenen gefunden. Bis Ende 2008 wurden 8.316 Tote aus den Kämpfen 1942 im Raum Abinsk / Krymsk, um Apscheronsk und um Wladikawkas geborgen. Über 70 Jahre nach dem Krieg sind viele Grablagen nur noch schwer zu finden, zerstört, überbaut oder vollständig geplündert. Es werden wohl leider nicht mehr alle Gefallenen aufzufinden sein. Besonders in den schwer zugänglichen Bergregionen ist die Bergung der Gebeine sehr mühsam. Zahlreiche Grabstätten befinden sich unter Parkanlagen; zurzeit ist es sehr schwierig, Genehmigungen zu ihrer Ausbettung zu erhalten. Dazu kommen die bekannten politischen Wirren in den dortigen Ländern - Reisen auf eigene Faust sind derzeit nicht empfehlenswert.

Im Juli 2005 konnte der Volksbund erste Säuberungsarbeiten durchführen und den Weg zum Grundstück befestigen. Am 30. August 2005 wurden 3.000 Tote eingebettet. An dieser Einbettung hat auf Bitte des ehemaligen Volksbund-Präsidenten, Reinhard Führer, der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr, und heutige Präsident des Volksbundes, General Wolfgang Schneiderhahn, teilgenommen.

Das Gelände des Friedhofes ist mit einer Mauer umfasst. Vom Eingang, der durch die Verwendung von Naturstein optisch hervorgehoben ist, führt ein gepflasterter Weg an den Einbettungsflächen vorbei zum zentralen Gedenkplatz. Ein weiterer Weg führt die Besucher an einen anderen Ort des Geschehens, an dem der in Kriegsgefangenschaft verstorbenen Toten gedacht wird. Die Einbettungsflächen sind mit Symbolkreuzgruppen kenntlich gemacht. Schriftstelen neben den Einbettungsflächen nennen die Namen der hier ruhenden Toten.


2018 wurde eine zentrale Gedenklösung für die in Kriegsgefangenschaft Verstorbenen aus den umliegenden Gebieten geschaffen. Es finden weiterhin Umbettungen und Namenskennzeichnungen statt.

Auf 8 großen Stelen wurden auf Wunsch vieler Hinterbliebener die Namen und Daten der (noch) nicht geborgenen oder vermissten Toten verewigt.

Die Anlage wurde am 06. September 2008 eingeweiht.


Neben der deutschen Anlage befindet sich eine kleine slowakische Friedhofsanlage, auf der linken Seite des Weges (gegenüber Parkplatz), ca. 30 m vor dem Eingang. Sie ist gekennzeichnet mit einem Pultstein und zwei Stelen mit den Namen von 37 gefallenen slowakischen Soldaten.