Kall-Steinfeld-Kloster Steinfeld

Deutschland
Gesamtbelegung: 635
50°30'11.6"N; 6°33'49.5"E

Wegbeschreibung

Hermann-Josef-Str., 53925 Kall

Kloster Steinfeld, auf einer Höhe über der Urft gelegen, geht auf eine Gründung des Jahres 920 zurück. Seit 1923 ist es ein Salvatorianer-Kloster mit Kloster-Schule und

Internat.

Anfang der 40-er Jahre wurde die Klosterschule aufgelöst. Viele Mönche wurden zum Dienst in der Wehrmacht verpflichtet. Das Kloster ist allerdings nicht enteignet worden und blieb im Besitz weniger Mönche. Die Gebäude dienten zeitweise als Unterbringung für Arbeiter, die für den Ausbau des Westwalls eingesetzt wurden. Unter ihnen waren ausländische Zwangsarbeiter. Auch Einheiten der Wehrmacht waren in den Klostergebäuden untergebracht. Gegen Ende des Krieges erhielten sie den Auftrag, die Klostertürme zu sprengen, um mögliche Orientierungspunkte für die feindliche Artillerie zu beseitigen. Es kam nicht dazu. Die Einheiten wurden abgezogen, um die Sprengung der Ludendorff-Brücke bei Remagen vorzunehmen. Die Brücke geriet am 7. März 1945 unversehrt in amerikanische Hände; Versuche der Wehrmacht, die Brücke danach noch zu sprengen, schlugen fehl. Kloster Steinfeld überdauerte den Krieg unzerstört.

633 Kriegstote ruhen heute im Schatten der Türme der romanischen Basilika des Klosters, im Garten des ehemaligen Waisenhauses. Es sind Soldaten, die vor allem bei den erbitterten Winterkämpfen 1944 / 45 im Raum Schleiden - Kall - Mechernich - Schmidtheim gefallen sind. Viele von ihnen waren erst 17 oder 18 Jahre alt. Etwa 300 Soldaten erlagen ihren Verwundungen im Kloster, das zunächst als Lazarett, später, beim Näherkommen der Front, als Hauptverbandsplatz eingerichtet worden war.

Die Toten stammten aus dem gesamten damaligen Deutschen Reich: aus Ostpreußen und Schlesien, aus dem Elsass und aus Österreich, aus Städten des heutigen Nordrhein-Westfalen, wie Düsseldorf, Essen, Wuppertal. Auf dem Friedhof finden sich auch die Gräber russischer Soldaten, die im Wehrmachtsverbund kämpften, Männer der Organisation Todt, italienischer Legionäre. Auch ein niederländischer Freiwilliger und zwei Frauen, die in Diensten der Wehrmacht standen, fanden hier in Steinfeld ihr Grab: Anna Achmed, Fernmeldehelferin, starb mit 33 Jahren (Reihe 7, Grab 22) und Ellen Kostka, Helferin, die mit nur 17 Jahren ihr Leben lassen musste (Reihe 6, Grab 28).Inmitten der Toten des Zweiten Weltkrieges ruhen auch einige deutsche und russische Gefallene des Ersten Weltkrieges.

Im Sommer 1950 hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Friedhofsanlage ausgebaut und gestaltet. Im Zuge dieser Arbeiten ist es dem Volksbund gelungen, von zunächst 135 unbekannten Kriegstoten 105 zu identifizieren. Ein Grabkreuz aus Gondelsheimer Naturstein wurde für jeweils zwei Tote errichtet. Ein Gedenkplatz mit einem Hochkreuz bildet den Mittelpunkt der Anlage. In das Kreuz eingeschlagen ist ein Spruch von Friedrich Hölderlin:“Lasset erst die beiden Engel der Menschheit, die Menschlichkeit und den Frieden kommen. Was die Sache der Menschheit ist, gedeiht dann gewiss. Amen."
Der Soldatenfriedhof Kloster Steinfeld wurde am 16. September 1951 durch den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Flecken, eingeweiht und durch den Aachener Regierungspräsident Dr. Brand in die Obhut des Kreises Schleiden, vertreten durch Oberkreisdirektor Dr. Gerhardus, gegeben. Die Einsegnung nahm Pater Dr. Dionysius Glehn, Direktor des Salvatorianer-Kollegs Steinfeld, vor.

Auf dem Klosterfriedhof an der Basilika selbst befinden sich noch zwei kleine Kriegsgräberstätten. Im vorderen Teil finden wir die Gräber von 46 zivilen Bombenopfern des Zweiten Weltkrieges; ganze Familien sind in den Bombenangriffen 1944 und 1945 umgekommen. Im hinteren Teil des Klosterfriedhofes ist eine Ehrenanlage für 29 Gefallene des Ersten Weltkrieges. Beiderseits eines Weges kennzeichnen rechteckige Steinquader aus Basaltlava die Gräber. Am Ende der Anlage erinnert eine Gedenktafel, die an einem Felsblock angebracht ist, an die Opfer.