Hohrod

Département Haut-Rhin


2.460 deutsche Kriegstote

Erster Weltkrieg


Die deutsche Kriegsgräberstätte Hohrod-Berg ist nach dem 1. Weltkrieg durch die französischen Militärbehörden angelegt worden. Das Einzugsgebiet des Friedhofes umfaßt den Kampfraum zwischen Fecht- und Weißbachtal und den großen Pass-Straßen über den Schlucht-Pass sowie den Bonhomme-Pass.


Unmittelbar nach Kriegsausbruch im August 1914 kam es zu ersten Gefechten um die damaligen Grenzübergänge auf dem Vogesenkamm. Nachdem die französischen Truppen zunächst bis in das Elsaß vorgedrungen waren, wurden sie von deutschen Reserven zurückgeschlagen. Zu weiteren schweren Kämpfen kam es zwischen Kaysersberg und Urbeis im April und Juni, westlich Münster im Februar-März und August-September 1915. Ende Juli 1915 unternahmen französische Truppen nochmals heftige, verlustreiche Angriffe. Auch der Stellungskrieg in den Jahren 1916-1918 forderte weitere Opfer.

Nach Kriegsende nahmen die französischen Militärbehörden die Bergung von Gefallenen vor, die während der Kämpfe im Bereich von 23 umliegenden Gemeinden verstreut in provisorisch angelegten Gräbern bestattet worden waren. Sie betteten diese Toten in Hohrod auf dem Friedhof wieder ein. Heute ruhen hier Gefallene, deren Heimatgarnisonen zu einem großen Teil in Bayern, aber auch in Baden, Württemberg, Hannover, Ostfriesland, Braunschweig und Rheinland lagen.


Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Grund einer 1926 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus.

Der Eingang wurde neu gestaltet und eine Stützmauer aus Bruchstein zur Straßenseite errichtet. Auch die Einfassung des Gemeinschaftsgrabes erfolgte aus Bruchstein. Die Gräberfläche erhielt eine Bepflanzung mit Heidekraut und zahlreichen Bäumen und Sträuchern. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung:
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Nachdem bereits zuvor eine Jugendgruppe aus dem Schwarzwald mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen hatte, wurden unter deren Mithilfe 1971 die bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Metallkreuze mit eingegossenen Namen und Daten der Toten ausgetauscht. Die jugendlichen Helfer versetzten dabei die erforderlichen 35 Kilogramm schweren Betonfundamente, deren Antransport die Bundeswehr übernommen hatte.

Von den 1518 Gefallenen in Einzelgräbern blieben 40 unbekannt. In dem Gemeinschaftsgrab ruhen 942 Gefallene. Von ihnen blieben 519 unbekannt.


Die sechs Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen als Kennzeichnung statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

In den Jahren 1978-1980 folgte dann eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung des gesamten Friedhofes. Dabei wurden die Heidebepflanzung der Gräberreihen weitgehend erneuert, neue Rasenwege angelegt, das Mauerwerk instandgesetzt, das Zugangstor erneuert sowie der Baumbestand ausgelichtet.


Pflege:
Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes betreut.