Harzgerode

Deutschland
Gesamtbelegung: 43
51°38'22.55"N; 11°08'57.39"E
Auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs wurde 1964/65 ein Obeliskähnlicher Stein auf gestuftem Sockel gesetzt mit der Inschrift: "Zum Gedenken an die 6 Millionen vom Faschismus ermordeten Juden". Auf dem Friedhof befindet sich das Grab des Sozialdemokraten August Wolf (1889 - 1945), der in den 30er Jahren als Drucker in der Pyrotechnischen Silberhütte arbeitete und hier illegal Flugblätter fertigte. In seiner Wiederstandsgrupe hielt er auch Kontakt zu polnischen und sowjetischen Kriegsgefangenen. Die Gruppe flog am 8. März 1945 auf. August Wolf wurde noch am Tage der Verhaftung im örtlichen Gefängnis umgebracht. Seine Zelle wurde als Gedenkstätte gestaltet und von der Jugendherberge betreut. Im Hof wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein gesetzt.
Die Gedenkstätte im Gefängnis, der Stein sowie eine Tafel in seinem Betrieb sind nach 1989 verschwunden. Es gab Bestrebungen, die jedoch nicht weiter verfolgt wurden, das Gerichtsgefängnis mit seinen sechs Zellen als Zeitzeugnis zu erhalten.

Quelle: S. Endlich und N. Goldenbogen, Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Band II. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1999.

Einzelgräber, Grabsteine wurden vor 2 Jahren neu beschriftet.