Gütersloh Friedhof Unter den Ulmen

Deutschland
Gesamtbelegung: 468
51°54'5.512"N; 8°22'28.667"E
Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 468 Kriegstote des I. und II. Weltkrieges.

I. Weltkrieg: 55
II. Weltkrieg: 413


Hier ruhen 468 Kriegstote: Deutsche, Belgier, Franzosen, Niederländer, Polen und Sowjetbürger.

An jedem Volkstrauertag gedenken hier, auf dem Ehrenfeld „ Unter den Ulmen“, die Bürger der Stadt Gütersloh der Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft. Es geschieht mitten im Gräberfeld von 55 Opfern des Ersten und 413 Opfern des Zeiten Weltkrieges.

Mehr als die Hälfte der hier Beigesetzten ereilte der Tod im Frühjahr 1945. Jedes dieser Kreuze steht für ein Leben, das zu früh erloschen ist: ein Leben aus Gütersloh, aus anderen deutschen Landen, aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, aus Polen oder aus Russland.

Man trete nur an die Gräber und bedenke: dieser ist im Luftkampf gefallen, jener verschied im Lazarett, der kam als Deportierter um – hier ruht eine Mutter, die mit ihren drei Kindern vom Bombenhagel getötet wurde, dort eine Krankenschwester, die während eines Luftangriffs ihren Eisenbahnwagen verließ, um Verletzten zu helfen und dabei selbst von Splittern getroffen wurde.

Man besuche auch das Soldatengrab auf dem Friedhof der Herz-Jesu-Gemeinde im Ortsteil Avenwedde, die 23 Kriegsgräber auf dem Friedhof des Landeskrankenhauses und nicht zuletzt jene 65 Gräber auf dem katholischen Friedhof an der Bultmannstraße, in denen bei uns verstorbene Ostarbeiter ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Bodenkämpfe in und um Gütersloh hat es nicht gegeben, wohl aber ab 1940 etwa 40 Luftangriffe. Sie galten zunächst dem Fliegerhorst in Marienfeld, später auch der Köln-Mindener sowie der Teutoburger Eisenbahn und führten, vor allem im inneren Stadtgebiet, zu großen Menschenverlusten und Sachschäden. Nach Bielefeld und Paderborn war Gütersloh die am meisten zerstörte Stadt Ostwestfalens. Es gab 290 Bombentote, 77 kamen allein am Totensonntag 1944 ums Leben, davon 19 in der Apostelkirche.

Insgesamt hat das hiesige Standesamt für den Ersten Weltkrieg 604, für den Zweiten Weltkrieg 1.199 Kriegssterbefälle Gütersloher Bürger registriert. Weitere 2.255 Männer und Frauen gelten noch immer als vermisst. Die Zahl der Verfolgten, der Verwundeten sowie der an Kriegsfolgen dauerhaft Erkrankten ist nicht bekannt.

In unmittelbarer Nähe der Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkrieges befindet sich eine Grabstätte des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 / 71.