Guebwiller

Frankreich
Gesamtbelegung: 1228
Département Haut-Rhin


1.063 deutsche Kriegstote
443 französische Kriegstote
Erster Weltkrieg


175 deutsche Kriegstote
Zweiter Weltkrieg

Der deutsch-französische Soldatenfriedhof Guebwiller wurde von der deutschen Truppe Mitte August 1914 nach den ersten Grenzgefechten, in deren Verlauf der Ort vorübergehend von französischen Truppen besetzt worden war, angelegt. Hinzu kamen Gefallene aus den Kämpfen Ende August 1914 und Mitte Januar 1915, als von deutscher Seite versucht wurde, den Vogesenkamm wieder in Besitz zu nehmen. Die heftigsten Kämpfe wurden dabei um den Hartmannsweilerkopf und den Hirzstein geführt, die 1915 und Anfang 1916 unter hohen Verlusten mehrfach den Besitzer wechselten und schließlich in deutscher Hand blieben. Auch der nachfolgende Stellungskrieg bis Kriegsende 1918 forderte weitere Opfer.
Die französischen Militärbehörden lösten nach dem Krieg zahlreiche während der Kämpfe angelegte provisorische Gräberstätten in sechs umliegenden Ortsbereichen auf und überführten mehr als 600 Tote nach Guebwiller.
Die heute hier Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in Württemberg, Baden, Bayern, Westfalen, Sachsen, Niedersachsen und im Elsaß lagen.

Die Toten des Zweiten Weltkrieges wurden im Winter 1944/45 zugebettet. Sie starben bei der Verteidigung des Vogesenkammes oder starben an ihren Verwundungen in den Lazaretten.

Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen

Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf Grund einer im Jahre 1928 mit den französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung über die Behandlung gemeinsamer Friedhöfe aus. Im Jahre 1930 erfolgten umfangreiche zusätzliche Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern sowie die Begrünung der Gräberflächen. Allerdings blieb das Problem einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber infolge Devisenmangels und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges zunächst ungelöst.

Endgültige Gestaltung

Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen.
Freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes hatten bereits mit gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. Sie führten diese alljährlich fort, bis 1977 der Austausch der bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Naturstein mit eingravierten Namen und Daten erfolgte.

Von den 1063 deutschen Gefallenen des Ersten Weltkrieges ruhen 910 in Einzelgräbern. Ein Toter blieb unbekannt. In dem Gemeinschaftsgrab für 153 Opfer blieben 120 ohne Namen.

Der Gefallene jüdischen Glaubens erhielt aus religiösen Gründen statt eines Kreuzes eine Grabstele. Die hebräischen Schriftzeichen besagen:
1. (oben) "Hier ruht begraben ... ."

2. (unten) "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."

Eine grundlegende landschaftsbauliche Überarbeitung schloss sich an. 1991 bauten Soldaten der Bundeswehr und in Deutschland stationierte amerikanische Streitkräfte in gemeinsamer freiwilliger Arbeit die Wege und Treppenanlagen der Anlage aus.

Pflege:
Der Friedhof wird ständig vom Pflegedienst des Volksbundes betreut.