Göttingen, Stadtfriedhof

Deutschland
Gesamtbelegung: 1712
51°31'55.85''N;9°54'59.25''E
Auf diesem alten parkähnlich angelegten Friedhof ruhen in mehreren Abteilungen in Friedhofsmitte und davor im Zuge des Hauptweges - nach den uns vorliegenden Informationen - insgesamt 1712 Opfer beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Im Einzelnen:
- Gräberfeld für deutsche Soldaten des 1. Weltkrieges, die überwiegend in Göttinger Lazaretten verstorben sind oder hierher umgebettet wurden.

- Während und nach dem 2. Weltkrieg wurden weitere gefallene und in Göttinger Lazaretten verstorbene deutsche Soldaten hier beigesetzt.

- Im Anschluss an das deutsche Gräberfeld befindet sich eine Kriegsgräberstätte für während der Gefangenschaft ums Leben gekommene ausländische Soldaten des 1. Weltkrieges. Auf dem Gedenkstein steht geschrieben: "Hier ruhen 655 Russen, 13 Rumänen, 1 Belgier. Sie starben als Soldaten des Krieges 1914/18 in deutscher Gefangenschaft".
- Weiterhin gibt es hier Grabstellen für insgesamt fast 200 deutsche Zivilpersonen und etwa 85 Zwangsarbeiter/innen, die bei insgesamt 7 alliierten Luftangriffen auf Industrie und Eisenbahnanlagen in Göttingen 1944/45 ihr Leben verloren.
- Vor diesen Gräberfeldern befinden sich an einer Kreuzung des Hauptweges weitere Gräberreihen für überwiegend in den letzten Kriegswochen im Raum Göttingen gefallene oder danach verstorbene deutsche Soldaten des 2. Weltkrieges.
Alle Gräberfelder sind sehr gepflegt.
Die Universitätsstadt Göttingen - in den Lazaretten der Stadt lagen zu diesem Zeitpunkt 3-4000 Kranke und Verwundete - wurde am 8. April 1945, nach kurzer Beschießung kampflos übergeben.
Seit dem 29.05.2018 gibt es dort eine Geschichts- und Erinnerungstafel.

Fotos: Volker Fleig 2013