Glencree

Der deutsche Soldatenfriedhof liegt 16 km südlich der Landeshauptstadt Dublin in hügeliger Gegend an der Straße, die von Dublin nach Süden über Enniskerry in die Wicklow-Mountains führt, unweit des Dorfes Glencree in einem stillgelegten Steinbruch.

Auf der deutschen Kriegsgräberstätte, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. in den Jahren 1959-1961 ausgebaut wurde, ruhen 134 deutsche Gefallene, davon sechs aus dem Ersten Weltkrieg und 128 aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie sind von mehr als 100 Plätzen in 15 Grafschaften zusammengebettet worden. Die irische Regierung, die das Gelände für die deutsche Ehrenstätte kostenlos zur Verfügung stellte, hat den Schutz der Anlage übernommen.

Eine schmiedeeiserne Pforte gibt den Weg frei zu der Gedenkhalle, deren Decke und Innenwände mit Mosaiken nach einem Entwurf des Münchener Kunstmalers Beck verkleidet sind.

Auf der mit Storchenschnabel bepflanzten Gräberfläche stehen Doppelgruppen von Steinkreuzen. Namensteine aus Granit enthalten Namen und Daten von jeweils zwei Toten. Unmittelbar über dem Steilhang, der den Friedhof an seiner rückwärtigen Seite begrenzt, erhebt sich ein fünf Meter hohes keltisches Hochkreuz, wie man es überall in den Dörfern und Städten Irlands findet. Weit ins Land sichtbar ist dieses zugleich Wegweiser und Sinnbild des deutschen Soldatenfriedhofes.

Auf einer dreieckigen Stele ist in deutscher, englischer und irischer Sprache folgender Gedenkspruch von Stan O'Brien zu lesen:

Mein Los war der Tod

unter irischem Himmel

und ein Bett

in Irlands guter Erde.

Was ich geträumt und geplant,

band mich ans Vaterland;

aber mich wies der Krieg

zum Schlaf in Glencree

Leid war und Schmerz,

wa ich verlor - und gewann.

Wenn du vorübergehst,

sprich ein Gebet,

dass Verlust sich in Segen verwandle.

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Aufnahmen 3 bis 5: M. Gräbner