Garz, Kriegsgräberstätte Golm

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Routenplanung

53°52'37.36"N; 14°12'21.69"E

53°52'37.36"N; 14°12'21.69"E

Gesamtbelegung: 23000 Tote

Deutschland

Ganzjährig geöffnet

Auf der Kriegsgräberstätte Golm auf der Insel Usedom wurde die Gedenkkultur nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 grundlegend überarbeitet. 2005 eröffnete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm.

Friedhofbeschreibung

Auf der Ostseeinsel Usedom, direkt an der Grenze zu Polen, liegt die deutsche Kriegsgräberstätte Garz „Auf dem Golm“. Sie ist die größte Anlage in Mecklenburg-Vorpommern. Der Golm ist mit 69 Metern die höchste Erhebung auf Usedom. Bis zur Wiedervereinigung wurde wenig auf dem Friedhof getan. Erst 1995 erfolgte die Neugestaltung der Gräberfelder auf Initiative der 1992 gegründeten Interessengemeinschaft Gedenkstätte Golm. Seither weist am Aufgang ein Holzkreuz auf den Friedhof hin und mahnt in Sichtweite der polnischen Grenze zur Versöhnung über Gräber und Grenzen hinweg. An der höchsten Stelle des Friedhofs befindet sich ein Mahnmal in Form eines Betonrundbaus, den der Rostocker Bildhauer Wolfgang Eckardt gestaltet hat. Das Werk trägt die Inschrift „Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“. Seit 1984 steht die vom Bansiner Bildhauer Rudolf Leptien geschaffene Statue „Die frierende Frau im Soldatenmantel“ auf der Anlage.

Belegung

23.000 Menschen sind auf dem Golm bestattet, darunter viele Bombenopfer aus dem heute polnischen Swinemünde. Schon 1944 diente er unter der Bezeichnung Ehrenfriedhof Swinemünde-Golm als Friedhof für Soldaten, die im südlichen Ostseeraum und in den Lazaretten von Swinemünde gestorben waren.

Historie

Anfang März 1945 sammelten sich in Swinemünde Flüchtlinge und Soldaten: Kilometerlange Trecks warteten auf die Überfahrt. Im Hafen lagen etliche voll besetzte Flüchtlingsschiffe. Auf dem Bahnhof standen überfüllte Lazarett- und Flüchtlingszüge zur Abfahrt bereit. Der Ort war zu diesem Zeitpunkt ein wichtiger Wehrmachts- und U-Boot-Flottenstützpunkt. Am 12. März 1945 griffen 661 amerikanische Bomber die Stadt an. Nach jüngeren Forschungen starben an diesem Tag in den Mittagsstunden zwischen 4.500 und 6.000 Menschen, darunter viele ausländische Zwangsarbeiter. In den ersten Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs kümmerten sich nur einzelne Angehörige um die Gräber. Seit 1950 bemühte sich die Evangelische Landeskirche im ständigen Konflikt mit staatlichen Stellen der DDR vergeblich um eine dauerhafte Gestaltung des Friedhofs, der zu dieser Zeit bereits teilweise verwildert war. Im Sommer 1969 ließ der Rat des Kreises Wolgast alle Grabkennzeichnungen entfernen.

Am 1. März 2000 übernahm der Volksbund die Trägerschaft. Jährlich erinnert er am 12. März und am Volkstrauertag auf dem Golm an die Toten des Bombenangriffs 1945. Seit 2001 gibt es eine Dauerausstellung im Informationsgebäude der Kriegsgräberstätte.

Besonderheit

Am 12. März 2005 eröffnete der Volksbund die internationale Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) Golm im Fischerdorf Kamminke. Die friedenspädagogischen Bildungsangebote der JBS richten sich vor allem an Schulen und internationale Jugendbegegnungen. Auch Vereine, Verbände und Institutionen wie Kirchen, Bundeswehr, Bundespolizei und Universitäten nutzen die Begegnungsstätte im Rahmen ihrer Jugend- und Erwachsenenbildung. Weitere Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte unterhält der Volksbund in Ysselsteyn (Niederlande), Lommel (Belgien) und Niederbronn-Les-Bains (Frankreich).

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