Auf dieser Anlage sind Tote des Ersten Weltkrieges bestattet. Rund 10.000 fielen in der Schlacht an der Somme 1916.
Belegung
Der deutsche Soldatenfriedhof wurde 1920 von den französischen Militärbehörden angelegt. Aus 79 Gemeindebereichen betteten sie die deutschen Kriegstoten hierher um, die in Feldgräbern oder provisorischen Grabstätten bestattet worden waren oder noch auf den ehemaligen Schlachtfeldern gefunden wurden. Es handelte sich hauptsächlich um Gebiete nördlich der Somme im Umkreis von Albert, Bapaume, Combles und Villers-Bretonneux einschließlich dem Tal der Ancre.
Etwa 1.000 Tote stammen aus der Zeit der ersten Kämpfe an der Somme von Ende August bis Spätherbst 1914 sowie aus der Zeit des Stellungskrieges bis Juni 1916. Rund 10.000 der hier ruhenden Soldaten fielen im Verlauf der Somme-Schlacht von Ende Juni bis Mitte November 1916. Weitere fast 6.000 starben im Verlaufe der „Großen Schlacht in Frankreich“ und der nachfolgenden Kämpfe von März bis Oktober 1918.
Von den 5.045 in Einzelgräbern Ruhenden blieben 111 unbekannt. In vier Gemeinschaftsgräbern wurden 11.986 Gefallene bestattet, von denen 5.419 namentlich bekannt sind. 14 Gräber von jüdischen Soldaten erhielten statt des Kreuzes eine Stele aus Naturstein.
Die in Fricourt Ruhenden gehörten Truppenteilen an, deren Heimatgarnisonen in nahezu allen Ländern und Provinzen des damaligen Reiches lagen.
Historie
Erste Arbeiten übernahm der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ab 1929 auf Grundlage einer Vereinbarung mit den französischen Militärbehörden. So erhielt die Anlage einen neuen Zugang mit Treppe und schmiedeeisernem Tor. Bäume und Sträucher wurden gepflanzt und die gesamte Gräberfläche begrünt. Die Gemeinschaftsgräber bekamen eine Einfassung aus Naturstein. Ein hölzernes Hochkreuz wurde aufgestellt. Die Gräber dauerhaft zu kennzeichnen, war allerdings wegen Devisenmangels und später wegen des Zweiten Weltkrieges nicht möglich.
Nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966 begann der Volksbund mit der endgültigen Gestaltung der deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Ab 1977 wurden die provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit Namen und Daten der Toten ausgetauscht. Die Bundeswehr übernahm den Transport der Betonfundamente. In vielen Fällen setzten Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Volksbund-Jugendlagern (heute: Workcamps) die neuen Kreuze.
Auf dem Friedhof in Fricourt erhielten in dieser Zeit die Gemeinschaftsgräber neue Einfassungen und es wurden Bäume und Büsche gepflanzt.
Der Pflegedienst des Volksbundes in Frankreich betreut den Friedhof.
Besonderheit
In Fricourt war auch der deutsche Jagdflieger Manfred Freiherr von Richthofen bestattet, der am 21. April 1918 bei einem Luftkampf tödlich verwundet worden war. Seine Gegner beerdigten ihn mit militärischen Ehren bei Bertrangles. Später wurden seine Gebeine erst nach Fricourt und im November 1925 nach Berlin überführt, wo er auf dem Invalidenfriedhof in einem Ehrengrab seine letzte Ruhestätte fand.
Als der Invalidenfriedhof 1975 auf Beschluss des Ministerrats der DDR größtenteils eingeebnet wurde, gelang es der Familie noch rechtzeitig, die sterblichen Überreste umbetten zu lassen. Manfred Freiherr von Richthofen ruht nun neben seinem Bruder Karl-Bolko und seiner Schwester Elisabeth im Familiengrab auf dem Südfriedhof Wiesbaden.